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Das Eigenheim modernisieren: Wissenswertes rund um Renovierung und Umbau

Wer einen Altbau gekauft oder geerbt hat, steht früher oder später vor einem großen Schritt: Der Modernisierung des betroffenen Hauses. Während manche Renovierungen oder Um- und Ausbauten in erster Linie nur der Verschönerung dienen, sind andere dringend notwendig, um für Energieeffizienz und Wohnkomfort in den eigenen vier Wänden zu sorgen. Wissenswertes rund um die Modernisierung eines Hauses verrät dieser Artikel.

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Möglichkeiten und Hauptgründe für Modernisierungen

Egal, ob Fassadenerneuerung mit Wärmedämmung und neuem Anstrich, eine Dachisolierung, ein Anbau oder ein Innenausbau: Es gibt diverse Möglichkeiten, sein Eigenheim zu renovieren und umzubauen. Worauf der Fokus liegt, hängt zum einen davon ab, wie der Eigentümer die Prioritäten festlegt.

Zum anderen entscheiden die Hauptgründe für die Modernisierung über die Art der Renovierung. Die Gründe für Modernisierungen können dabei ganz vielfältig sein:

  • In vielen Fällen steht das Optische bei Modernisierungen im Vordergrund: Wer ein altes Haus erbt oder kauft, will diesem oftmals einen neuen Look verpassen, damit es wieder neu, schön und modern aussieht. Dazu gehört beispielsweise ein frischer Anstrich für die Außenfassade oder eine neue Haustür.
  • Ein anderer Grund ist der Wunsch nach mehr Platz in den eigenen vier Wänden: Hier kann beispielsweise das Dach aufgestockt, das Treppenhaus ausgelagert oder ein Anbau durchgeführt werden.
  • Soll dagegen die Wertschöpfung der Immobilie erhöht werden, ist es sinnvoll, die Substanz zu sanieren und die Tragfähigkeit zu erhöhen.
  • Für mehr Wohnwert und -komfort sorgen indes eine kluge Haustechnik, ein neues Bad oder breitere Türen.
  • Um die Energieeffizienz eines Altbaus zu erhöhen und die Energiekosten zu senken, können beispielsweise eine moderne Heizung oder neue Fenster eingebaut werden.

Während manche Renovierungen noch aufgeschoben werden können oder nicht zwingend notwendig sind, gibt es auch Situationen, in denen die Eigentümer nicht darum herum kommen. Spätestens dann, wenn die Heizung ausfällt und eine Reparatur sich nicht mehr lohnen würde oder wenn das Dach kaputt oder undicht ist, ist eine Modernisierung unausweichlich.

Kosten: Renovierung, ein teures Unterfangen

Montage Solaranlage
Laminat verlegen können Heimwerker auch in Eigenregie. Bild: © Kzenon (fotolia.com, #108986823)

Eins steht fest: Maßnahmen zur Modernisierung des Eigenheims können unter Umständen ganz schön ins Geld gehen. Der folgende Überblick macht deutlich, dass Eigentümer, die ihr Zuhause renovieren möchten, über hohe finanzielle Mittel verfügen müssen:

    • Dämmung der Außenwände: Die günstigste und einfachste Variante ist die Dämmung mit einem Wärmedämmverbundsystem. Hier fallen pro Quadratmeter bis zu 130 Euro an. Das Streichen der Außenfassade kann zudem etwa 4.000 Euro kosten.
    • Dämmung des Dachs: Ohne Verkleidung kostet eine Innendämmung unter den Dachsparren ab 50 Euro pro Quadratmeter. Ist es notwendig, das Dach neu einzudecken, empfiehlt sich eine Aufsparrendämmung für 200 Euro pro Quadratmeter.
    • Dämmung der Kellerdecke: Diese kann unter dem Bodenbelag von oben oder unter der Kellerdecke ausgeführt werden und kostet ab 30 Euro pro Quadratmeter.
    • Fensteraustausch: Wer auf den neuesten Standard setzt und dreifach verglaste Fenster mit optimierten Rahmen möchte, muss bis zu 400 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche bezahlen.
    • Einbau moderner Heiztechnik: Um langfristig Heizkosten zu sparen, lohnt sich der Einbau moderner Heiztechnik. Doch dafür muss der Hausbesitzer zunächst tief in die Tasche greifen: Eine Wärmepumpe etwa kostet zwischen 21.000 und 37.000 Euro. Hier sollte zudem auch die Wärmeverteilung mit einer Fußbodenheizung modernisiert werden – bis zu 90 Euro pro Quadratmeter Fußbodenfläche können hier zusätzlich anfallen. Eine neue Gas- oder Ölbrennwertanlage dagegen kostet zwischen 8.000 und 10.000 Euro. Wer sich eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung wünscht, muss weitere 6.000 Euro bezahlen. Für eine Holzpelletheizung fallen Kosten zwischen 20.000 und 28.000 Euro an.

Video: Heizkörper einbauen, installieren, montieren aber wie? M1Molter

  • Baderneuerung: Ein komplett neues Badezimmer mit Toilette, Waschbecken, Wanne, bodengleicher Dusche, modernen Armaturen, Handtuchheizköper, Beleuchtung und Spiegel kostet mindestens 20.000 Euro. Wer hier sparen möchte, kann aber auch nur einzelne Sanitärobjekte austauschen oder sich lediglich für einen neuen Fliesenbelag entscheiden.
  • Erneuerung der Elektroinstallation: Sollen neue Leitungen und Anschlüsse gelegt oder Steckdosen angebracht werden, liegen die Kosten je nach Umfang der Maßnahmen ebenfalls bei bis zu 7.000 Euro.
  • Erneuerung des Bodenbelags: Hier entscheidet vor allem das Material des gewünschten Bodenbelags über die Höhe der Kosten. Während Teppichboden mit 25 Euro pro Quadratmeter mit Verlegung noch recht günstig ist, muss bei Parkett mit mindestens 80 Euro pro Quadratmeter mit Verlegung gerechnet werden. Zudem fallen auch noch bis zu 20 Euro pro Quadratmeter für die Entfernung und Entsorgung der alten Bodenbeläge an.

Wie die obenstehende Aufzählung zeigt, kann jede Form von Modernisierung sehr teuer werden. Selbst kleinere Verschönerungen wie das Streichen der Wände können bereits um die 2.500 Euro kosten.

Daher ist es wichtig, sich Prioritäten zu setzen und wenn möglich nur dringend notwendige Renovierungen vornehmen zu lassen. So sollte vorerst nur in die Bausubstanz und erst dann in eine schöne Ausstattung investiert werden. Ein Kostenplan kann den Eigentümern helfen, einen Überblick darüber zu bekommen, was sie sich leisten können und wo sie Abstriche machen müssen. Sinnvoll ist es, Kostenangebote von mindestens drei verschiedenen Handwerksbetrieben einzuholen.

Finanzierung: Die Modernisierung finanziell bewältigen

Doch selbst, wer sich nur auf die allernötigsten Renovierungen beschränkt, muss sich Gedanken über deren Finanzierung machen. Ist das Dach beispielsweise undicht, das eigene finanzielle Budget aber knapp, gilt es, eine Lösung zu finden.

  • Eigen- oder Fremdleistung?

Am günstigsten wird es verständlicherweise, wenn manche Renovierungsarbeiten selbst erledigt werden können. Hierfür ist jedoch einiges an Know-how erforderlich. Wer selbst als Dachdecker

DIY workman flooring apartment floor
Laminat verlegen können Heimwerker auch in Eigenregie. Bild: © Kzenon (fotolia.com, #108986823)

arbeitet, muss jedoch nur die Materialkosten bezahlen und muss keine Firma für die Arbeit beauftragen.

Eine große Hilfe ist es auch, jemanden zu kennen, der über die nötige Expertise verfügt: Ist beispielsweise jemand aus der Familie oder dem Bekannten- oder Freundeskreis Elektriker, kann bei

der Erneuerung der Elektroinstallation eine Menge Geld gespart werden. Denn oftmals werden die Arbeiten dann günstiger oder sogar umsonst erledigt.

Einige kleinere Arbeiten können auch ohne viel Fachwissen in Eigenregie durchgeführt werden. Das gilt beispielsweise für die Erneuerung des Bodenbelags. Laminat etwa lässt sich ganz einfach und ohne viel Aufwand selbst verlegen, praktische Anleitungen finden Heimwerker im Internet.

  • Finanzielle Mittel für die Modernisierung

Um die Kosten für die Modernisierung zu stemmen, ist es wichtig, sich über verschiedene verfügbare Möglichkeiten zu informieren.

Förderung/Zuschuss als Finanzierung der Modernisierung

Wer als Eigentümer eines Altbaus eine Renovierung plant, hat gute Aussichten auf Fördergelder. So stellen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie die Länder und Kommunen vielfältige Fördermittel zur Verfügung.

Beim BAFA werden hauptsächlich Bargeldauszahlungen geleistet, bei der KfW erhalten die Eigentümer günstige Kredite für die Sanierung. Darüber hinaus ermöglicht die KfW Zuschüsse, wenn die Hausbesitzer die Investitionssumme selbst aufbringen.

Die KfW fördert beispielsweise die Wärmedämmung an Wand, Dachflächen und Geschossdecken sowie die Erneuerung der Fenster und Außentüren. Auch Anpassungen und Erneuerungen von Heizkörpern und Rohrleitungen und Photovoltaikanlagen werden finanziert. So fördert die KfW also vor allem alles, was die Energieeffizienz des Hauses verbessert. Auch bei der BAFA werden etwa Heizanlagen mit erneuerbaren Energien besonders hoch gefördert.

Tipp: Auch eine Kombination der BAFA-Förderung mit einem KfW-Ergänzungskredit ist möglich. Da jedoch deutlich wird, dass hauptsächlich Modernisierungen für mehr Energieeffizienz gefördert werden, müssen Immobilienbesitzer für Verschönerungsmaßnahmen auf andere Finanzierungen zurückgreifen.

Private Immobilienfinanzierung als Finanzierung der Modernisierung

Eine andere Möglichkeit ist eine private Immobilienfinanzierung. So gibt es Banken wie die DSL Bank, die sich auf das Kerngeschäft der privaten Immobilienfinanzierungen spezialisiert haben. Sie unterstützen nicht nur den Kauf von Wohnimmobilien, sondern finanzieren unter anderem auch Um- und Ausbauten und vergeben Konsumentenkredite.

Ein praktischer Modernisierungsrechner hilft den Immobilienbesitzern in einem ersten Schritt dabei, anhand von Faktoren wie der Dachisolierung, der Baderneuerung sowie der Installation einer Photovoltaikanlage oder einer Solaranlage, zunächst die groben Kosten für die Renovierung einzuschätzen.

Nachdem der Modernisierungsbedarf berechnet wurde, weiß der Eigentümer des renovierungsbedürftigen Hauses genau, was er sich leisten kann und wie viel finanzielle Unterstützung er in Form eines Baufinanzierungskredites benötigt.

Tipp: Die DSL Bank bezieht übrigens auch Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie staatliche Bürgschaften in ihre Baufinanzierungen mit ein.

Fazit

Egal, ob mehr Platz, mehr Energieeffizienz, eine höhere Wertschöpfung, mehr Wohnkomfort oder einfach eine Verbesserung des optischen Erscheinungsbilds: Die Gründe, aus denen Hauseigentümer sich für eine Modernisierung ihres Altbaus entscheiden, können ganz vielfältig sein.

Je nach Ziel ändern sich auch die Renovierungsmaßnahmen. Doch der Kostenüberblick hat gezeigt, dass Modernisierungen fast immer mit hohen Geldsummen verbunden sind. Wer die Arbeiten nicht in Eigenregie durchführen kann oder jemanden kennt, der über die nötige Expertise verfügt, muss wohl oder übel eine Firma für die Sanierung beauftragen.

Ein Lichtblick: Besonders Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz werden vom BAFA und von der KfW gefördert. Doch auch private Immobilienfinanzierungen unterstützen Immobilienbesitzer finanziell bei Um- und Ausbauten. Trotz allem sollte die Renovierung im Vorfeld sorgfältig geplant werden, um überflüssige Arbeiten und damit Kosten zu vermeiden.