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Die Strompreise unterliegen derzeit einem starken Anstieg. Verbraucher müssen sich auf zum Teil deutlich höhere Stromrechnungen einstellen.

Warum Strom- und Gaspreise 2019 kontinuierlich steigen

Die Strom- und Gaspreise befinden sich in diesem Jahr deutlich auf Anstiegskurs. Waren seit 2006 die Gaspreise verbraucherfreundlich Jahr für Jahr im Fall, kann es 2019 sein, dass durch Erhöhungen der Preise um bis zu 6,1 Prozent in den letzten 12 Monaten trotz unveränderten Verbrauchs plötzlich mehrere Hundert Euro mehr auf der Stromrechnung stehen. Doch was genau steckt hinter diesem Preisanstieg?

Die bisherige Entwicklung der Gaspreise

Die Gaspreise in Deutschland steigen nicht zum ersten Mal an. Seit der offiziellen Liberalisierung des Gasmarktes im Jahr 1998 haben sich die Gaspreise mal nach oben, mal nach unten entwickelt. 1998 gab es im Vorfeld der Liberalisierung nur bedingte Bemühungen der Politik um Kontrolle. Stattdessen überwog das Vertrauen in eine automatische Selbstregulation. Doch die Monopolversorger blockierten den Wettbewerb durch einen erschwerten Zugang für die Konkurrenten. Folglich kam es zu einem Anstieg der Preise, da Erstere den Markt regulierten und Preise nach ihren Belieben festlegen konnten.

Preissenkungen durch vielfältige Anbieterauswahl

ystrong>Mit dem Jahr 2006 kam auch die Möglichkeit der Wahl alternativer Anbieter für Verbraucher. Kunden sahen sich nun mit einer Vielzahl an Wahlmöglichkeiten konfrontiert und es kamen nützliche Vergleichsportale im Internet auf. Diese bieten potenziellen Kunden noch immer die Möglichkeit, unter einer Vielfalt von über 100 Anbietern die günstigste Alternative zu finden. Die Anbieter wiederum senken im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Preise immer wieder aufs Neue, um die Kunden mit Schnäppchen von einem Vertragsabschluss zu überzeugen.

Die Entkopplung des Gases vom Ölpreis als Ursache für den aktuellen Anstieg

Um eine Bemessungsgrundlage für den Gaspreis zu etablieren, wurde der Gas- an den Ölpreis gekoppelt. Es handelt sich bei dieser Praxis zwar um kein Gesetz im eigentlichen Sinne, aber um einen internationalen Vertrag, der nach wie vor Gültigkeit besitzt. Gebunden daran sind:

  • Gasproduzenten
  • Gasimporteure
  • und Gasversorger.

Die Preise für Erdgas allerdings entkoppeln sich seit den letzten Jahren zunehmend vom Ölpreis. Grund dafür ist der Schiefergas-Boom in den USA. Dadurch, dass unkonventionelle Gasvorkommen genutzt werden, steigt die Bedeutung der internationalen Spotmärkte. Als solche bezeichnet man Märkte, auf denen Erdgas an den Meistbietenden in beliebigen Mengen verkauft wird. Analog dazu reduziert sich die Bedeutung der Ölpreiskopplung. So kommt es, auf Grundlage des Prinzips des Meistbietenden, zu einem Anstieg der Preise. Dies wirkt sich selbstredend auch auf die Verbraucher aus. Denn wenn teurer eingekauft wird, muss für eine Gewinnerzielung auch teurer verkauft werden.

Wie entsteht der Gaspreis?


Der Preis, den Verbraucher für ihr Gas zahlen, setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen.
Zum einen fließen die bereits erwähnten Anschaffungskosten in den endgültigen Gaspreis ein. Zum anderen nehmen auch folgende Faktoren Einfluss auf den Preis:

  • Vertrieb
  • Netzentgelte
  • Messung
  • Abrechnung
  • Steuern & Abgaben

Tatsächlich sind neben dem Ankaufspreis auch im Vertrieb und aufseiten der Steuern ansteigende Kosten zu verzeichnen. Daraus folgt, dass der Gaspreis auch 2019 nach oben getrieben wird. An dieser Stelle drängt sich vielen Verbrauchern die Frage auf, was sich angesichts der Kostenlage zur Lösung des Problems unternehmen lässt.

Welche Spielräume haben die Verbraucher zur Senkung des Strompreises?

Den Verbrauchern tun sich mehrere Perspektiven auf, die von Einsparmaßnahmen in den verschiedensten Bereichen des Haushalts bis hin zur Kündigung des Anbieters samt Wechsel zu einem neuen Anbieter reichen.

Einsparmaßnahmen

Obwohl zur Erhaltung der gewohnten Standards ein Wechsel des Anbieters in vielerlei Hinsicht eine nachhaltigere Reaktion auf die steigenden Strom- und Gaspreise darstellt, können auch Einsparmaßnahmen helfen, die steigenden Kosten im Zaum zu halten:

Online findet man eine Vielzahl an Tricks und Kniffen um Einsparungen im Alltag vorzunehmen. Da Einsparmaßnahmen jedoch automatisch mit Umstellungen und Einbußen einhergehen, ist diese Lösung als Reaktion auf den Anstieg der Strom- und Gaskosten weniger populär. Denn was Umstellungen und Einbußen beinhaltet, bringt verschiedene Herausforderungen mit sich. Entweder reduziert es, wie im Falle der geringeren Stromnutzung, die Lebensqualität oder aber ist durch die Anschaffung energiesparender Geräte mit Investitionskosten verbunden.

Anbieterwechsel

Eine langfristigere Lösung kann der Wechsel des Strom- und Gasanbieters sein. Da ein Anbieter die Erhöhung der Preise sechs Wochen vor Inkrafttreten schriftlich mitteilen muss, ergibt sich daraus die nötige Zeitspanne, um von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Im Netzgebiet haben Verbraucher eine große Auswahl an Alternativen für neue Anbieter mit günstigeren Preisen. Um unter allen Optionen schnell die günstigste Variante zu finden und damit Sie selbst bestimmen können, wie viel Sie für Strom und Gas ausgeben möchten, gibt es online Vergleichsrechner, die mit wenigen Klicks den Weg zum sparsamsten Anbieter weisen.

hat die Verbraucherzentrale allerdings einen Musterbrief zur Verfügung gestellt, mit dessen Hilfe der Vermieter zu einem Wechsel des aktuellen Strom- und Gastarifs angehalten werden kann.

Wechsel der Heizung

Alte Heizungen samt Messgerät heizen weitaus weniger energieeffizient als neuere Modelle. Deswegen kann es sinnvoll sein, die Heizung zu wechseln, wenn diese bereits über ein Jahrzehnt in Betrieb ist. Durch eine Umstellung ergeben sich, zusätzlich zum Anbieterwechsel, weitere Einsparpotenziale.

Lässt sich die weitere Entwicklung der Strompreise prognostizieren?

Die aktuelle Entwicklung lässt auf einen weiteren zumindest kurzfristigen Anstieg schließen. Wie sich die Preise im weiteren Verlauf entwickeln, ist nur schwer einzuschätzen. Zwar ist das Angebot auf dem Markt groß genug und es sind Reserven für über 250 Jahre vorhanden, doch verschiedene Aspekte bergen Ungewissheiten, die bei der Preisentwicklung von Strom und Gas eine entscheidende Rolle spielen:

  • Energiewenden
  • politische Entscheidungen
  • wirtschaftliche Auswirkungen
  • geografische und Umwelt-Einflüsse

Bereits seit mehreren Jahren wird ein regelmäßiger Stromcheck samt eventuellem Anbieterwechsel auch für Privathaushalte empfohlen. Mit nur ein wenig Recherche kann auf diese Weise bares Geld gespart werden.

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