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Wohnraummangel in Lüneburg

So spart man bei der Finanzierung der eigenen vier Wände

Lüneburg. Wer in Lüneburg auf Wohnungssuche ist, der weicht meistens doch irgendwie auf das Umland aus. Zu knapp ist der Wohnraum. So knapp, dass die Stadt sogar im Juli 2019 eine Satzung beschlossen hat, die dafür sorgen soll, dass nicht noch mehr Wohnraum nur an Touristen vermietet wird. Will man vorhandene Wohnungen „zweckentfremden“, muss das seitdem genehmigt werden. Zudem steigen die Mieten immer weiter an, also bietet es sich doch an, nicht mehr zu mieten, sondern zu kaufen. Der Kauf einer Immobilie bietet neben dem erworbenen Wohnraum noch weitaus mehr Vorteile. Beispielsweise beim Thema Altersvorsorge. Doch der Kauf eines Hauses ist nicht immer günstig und eine geeignete Finanzierungsmethode und die passende Bank müssen erst einmal gefunden werden.

Eine passende Finanzierung aussuchen

Die Finanzierung eines Eigenheimbaus wird in vielen Fällen über ein sogenanntes Annuitätendarlehen finanziert. Dabei handelt es sich um einen Kredit mit festgeschriebenem Zinssatz. Die monatliche Rate bleibt immer die Gleiche. Der Zinsanteil pro Monat sinkt konstant, während der Anteil der Tilgungssumme stetig steigt. Der Vorteil dabei ist ein geringes Zinsrisiko und eine hohe Planungssicherheit. Online gibt es hier diverse Anbieter von Baufinanzierungen, die man beispielsweise bei Nist vergleichen kann. Dabei kann man sich auch direkt schon über die Rahmenbedingungen, wie etwa die Rate oder die mögliche Kreditsumme informieren. Einen groben Überblick über die die monatlichen Kosten kann man sich mithilfe des Annuitätendarlehen Rechners auf Nist.de verschaffen.

Der Nachteil bei so einer Finanzierung ist jedoch, dass die Flexibilität eher gering ist. Dadurch, dass die monatliche Rate wegen des festgesetzten Zinssatzes immer gleichbleibt, ist eine Anpassung nicht möglich, wenn sich die finanziellen Verhältnisse während der Tilgungsphase verbessern oder verschlechtern sollten.

Eigene Finanzen im Blick haben

Um ein Haus überhaupt finanzieren zu können, sollte man unbedingt einen Überblick über die eigenen Finanzen haben. Der Traum vom Eigenheim ist schnell ausgeträumt, wenn man nicht weiß, wie viel man im Monat für ein Haus ausgeben kann und über keinerlei Grundkapital oder Sicherheiten verfügt.

Mit einer einfachen Rechnung kann man sich schnell einen ersten groben Überblick über die aktuelle Finanzlage im Haushalt machen. Dazu wird zunächst das gesamte Nettoeinkommen zusammengerechnet. Dann werden alle Kosten, die pro Monat oder pro Jahr auf einen zukommen, zusammengerechnet und abgezogen. Das beinhaltet die Nebenkosten, Strom, Lebensmittel, Internet plus Telefon, Versicherungen, Auto und weitere Posten. Am Ende steht das verfügbare Budget für die Tilgung.

So eine Rechnung bringt in den meisten Fällen erst einmal eine Ernüchterung, aber auch Klarheit über die eigene finanzielle Situation. Denn es gibt doch nichts Schlimmeres, als sich mit einem Kredit zu übernehmen, wenn es bereits im Vorfeld vermeidbar war.

Hohe Tilgungsrate

Wenn man den für sich passenden Kredit gefunden hat, ist es ideal, wenn man mit einer möglichst hohen Tilgungsrate in die Rückzahlung einsteigt. Ein Beispiel: legt man eine Tilgungsrate von etwa einem Prozent der Kreditsumme fest, so hat man nach zehn Jahren auch erst zehn Prozent der Schuld zurückgezahlt. Je höher man die Raten also ansetzt, desto schneller ist man aus den Schulden wieder heraus und kann die Vorzüge des Eigenheims komplett genießen.

Experten raten, dass sich die Schuldensumme pro Jahre um mindestens zwei Prozent verkleinern sollte. Ansonsten sollte man sich möglicherweise nach einer anderen, günstigeren Immobilie umschauen.

Sind Sondertilgungen möglich?

Bevor man den Kredit fürs Eigenheim aufnimmt, sollte man mit dem Berater unbedingt über mögliche Sondertilgungen sprechen. Wenn man beispielsweise wegen einer Erbschaft oder Ähnlichem unverhofft an Geld gelangt und einen Teil des Kredits damit tilgen möchte, muss dafür auch ein entsprechendes Kontingent vorhanden sein. Viele Banken bieten hier eine Sondertilgung in Höhe von 5 Prozent pro Jahr an, ohne dass hierdurch zusätzliche Kosten entstehen.

Frage nach dem Eigenkapital

Wer eine Immobilie kaufen oder ein Haus bauen möchte, sollte im besten Fall auf ein gewisses Eigenkapital zurückgreifen können. Das hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen kann es während der Tilgungsphase als finanzieller Puffer dienen und andererseits kann man je nach Höhe der Geldsumme von entsprechend niedrigen Zinssätzen ausgehen. Von einer Finanzierung ohne Eigenkapital sollte man eher absehen, da Banken durch das größere Risiko deutlich mehr Zinsen verlangen.

Idealerweise deckt das Eigenkapital bereits 20 Prozent der Kaufsumme und die Nebenkosten ab, die zum Kauf einer Immobilie oder zum Hausbau dazugehören. In der Realität bleibt es jedoch nur bei den Nebenkosten.

Finanzierung ohne Bank

Neben dem Sparen, dem Lottogewinn oder der Erbschaft gibt es auch noch weitere Finanzierungsmöglichkeiten, bei der man nicht unbedingt Geld von einer Bank braucht. Beispielsweise mit Privat-Darlehen oder dem digitalen Crowdfunding. Dabei leiht man sich Geld von Privatpersonen. Dabei erhält man keinen großen, sondern ganz viele kleine Kredite. Hier muss man sich ebenfalls online informieren, denn im Bereich Crowdfunding gibt es noch eher wenige Angebote zur Finanzierung eines Eigenheims.

Vorsicht bei Disagio-Finanzierung

Die Rahmenbedingungen beim Disagio-Kredit klingen erst einmal attraktiv. Zwar kann man hier besonders niedrige Raten pro Monat erwartet, jedoch ist diese Art der Finanzierung langfristig deutlich teurer. Der Grund: Es wird nicht der gesamte Kreditbetrag an den Kreditnehmer ausbezahlt. Etwa 10 Prozent werden bereits als Zinsvorauszahlung einbehalten. Der Kredit wird also um diese 10 Prozent teurer, wenn man die komplette Summe ausgezahlt bekommen will.

Beratung ist also das A und O, wenn man sich dafür entscheidet, Besitzer einer Immobilie zu werden.

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unsplash.com, © Jesse Roberts