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Beratung für eine Versicherung

Das Ende der klassischen Lebensversicherung

Der Markt für Lebensversicherungen ist im Wandel. Die derzeitige Entwicklung des Kapitalmarkts erfordert ein Umdenken und die ersten Versicherer leiten bereist die nötigen Schritte ein.

Lebensversicherung als Kapitalanlage

Wer heute noch eine Lebensversicherung abschließt, der tut dies in der Annahme von seinem Versicherer eine fest geregelte Kapitalsumme zu erhalten und gegen Risikofälle wie dem Todesfall oder Invalidität finanziell abgesichert zu sein. Dies gilt im schlimmsten Fall natürlich für die Hinterbliebenen. Je nach Art der Versicherung verpflichtet sich der Versicherungsnehmer zu einer regelmäßigen Zahlung, einer substanziellen Einmalzahlung oder zu einer Kombination aus beidem.

Aus der finanzwirtschaftlichen Sicht werden Lebensversicherungen allgemein weniger mit Hinblick auf ein Ableben oder eine mögliche Arbeitsunfähigkeit, sondern eher als Anlage abgeschlossen. Dieser Gedanke macht allerdings nur dann auch Sinn, wenn den Kunden nach Ablauf der Laufzeit eine ordentliche Rendite erwartet. Die seit einigen Jahren bestehende und sicherlich in den kommenden Jahren noch weiter in die derzeitige Richtung gehende Entwicklung an den Kapitalmärkten bieten jedoch einfach nicht mehr die nötigen Voraussetzungen für dieses Versprechen.

Video: Endlich raus aus der Lebensversicherung

Die klassische Lebensversicherung als Opfer des Kapitalmarkts

Führende Experten, wie Joe Bättig vom schweizerischen Vermögensverwalter Aganola, erwarten ein baldiges Aussterben der klassischen Lebensversicherung. Als eines der gravierendsten Probleme gelten die niedrigen und stellenweise sogar negativen Zinsen, die Lebensversicherungen abwerfen. Angemessener – und für den Kunden deutlich wirtschaftlicher – erscheinen neuartige Lebensversicherungen.

In diesen soll es zu einem Transfer der schlussendlichen Anlagerisiken vom Anbieter auf den Kunden kommen. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber, dass der größte Teil der Rendite auch beim Versicherten ankommt und nicht in die Kasse des Versicherers wandert. Auch diese Versicherungen sollen in Zukunft bestimmte Garantien bieten, im Rahmen des Gesamtpaketes allerdings für den Anlageeffekt zusätzliche Investitionsmöglichkeiten in Form von kombinierten Kapitalanlagen mit sowohl risikoreicheren, aber auch ertragreicheren Wegen in sich tragen.

Die nächste Generation Lebensversicherung

In der Schweiz gibt es bereits die ersten diese neuartigen Modelle, allerdings bedürfen sie noch etwas an Optimierung und Up-Scaling, bis sie wirklich die Marktreife erlangen. Bisher erscheinen sie unnötig kompliziert. Viele Anbieter erschlagen die neuen Kunden förmlich mit den unterschiedlichsten Anlagemethoden. Auch hapert es noch an der Anpassung an neue Lebensumstände – und gerade dies spielt nun auch bei zukünftigen Lebensversicherungen eine wichtige Rolle.

Der Verkauf dieser Lebensversicherungen deutlich schwieriger werden, da die Versicherungen geringere Garantien bieten werden. Entsprechend muss sich dann auch Vertrieb wandeln. Versicherungsagenten müssen dahingehend lernen, ihre Kunden über Risiken und mögliche Wertschwankungen der Policen aufzuklären. Letztlich läuft die Entwicklung in vielem darauf hinaus, dass die Lebensversicherer schlanker werden müssen. Die Vertriebsmargen dürften letztlich deutlich sinken.

Gehen oder bleiben? Und wenn verkaufen, dann an wen?

Wer jetzt über einen Verkauf seiner bestehenden Versicherung nachdenkt, der sollte zunächst einmal die eigene Situation überdenken. Der Verkauf lohnt sich besonders dann, wenn ein langfristiger Geldbedarf besteht oder man sich schlicht von der Police trennen will. Unterschiedliche Aufkäufer werden jedoch zu ein und der selben Police unterschiedliche Angebote machen. Es lohnt sich also der Vergleich. Kreditvergleich.net hat dazu einige der führenden Anbieter getestet und hilfreiche Infografiken in einem umfassenden Artikel zu dem Thema Verkauf von Lebensversicherungen aufgeführt:
Statistik zur Entwicklung des Stornovolumen und der Stornoquote

 

 

 

 

 

Quelle: kreditvergleich.net

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