Donnerstag , 24. Oktober 2019
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Leere Taschen und noch zu viel Monat übrig? Ein Minikredit kann helfen, kurzfristige Engpässe zu überbrücken.

Achtung Minikredit-Falle: Nicht jedes Angebot ist seriös und sicher

Selbst der sparsamste Haushalt kann irgendwann einmal in einen finanziellen Engpass geraten. Die Waschmaschine geht plötzlich kaputt, das Eigenheim ist sanierungsbedürftig oder persönliche Veränderungen zwingen zu kurzfristigen Mehrausgaben. Wer dann keine Rücklagen gebildet hat, kann in solchen Situationen auf einen sogenannten Minikredit zurückgreifen. Doch was ist das eigentlich genau und wie unterscheidet sich ein Minikredit von einem Dispo?

Minikredite sind in Deutschland erst seit wenigen Jahren bekannt. Ihren Ursprung haben Kurzzeitkredite in Non-Profit Gesellschaften, die damit dem unmoralischen Treiben der Kredithaie ein Ende bereiten wollten. Die Gelder stammten damals aus Regierungsgeldern und von privaten Sponsoren. Erst seit den 80er Jahren begann die großflächige Kommerzialisierung der Minikredite.

Welche Voraussetzungen muss ich für einen Minikredit erfüllen?

Ein Minikredit lohnt sich dann, wenn kurzfristig Bargeld benötigt wird. Er wird bis zur Höhe von 3000 Euro gewährt und punktet meist mit niedrigen Zinsen. Doch nicht jeder, der einen dringenden Finanzierungsbedarf hat, erhält solch einen Kurzzeitkredit. Kreditwürdig sind jene Antragsteller, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

    • Volljährigkeit des Antragstellers
    • Wohnsitz innerhalb Deutschlands
    • deutsches Bankkonto
    • geregeltes Mindesteinkommen von 600 Euro/Monat
    • aktueller Arbeitsvertrag, der länger läuft als das Darlehen

Ein negativer Schufa-Eintrag ist nicht unbedingt ein ausschlaggebendes Kriterium für die Aufnahme eines Kurzzeitkredits. Bezieht der Antragsteller regelmäßig Gehalt, könnte er selbst bei einem negativem Schufa Score einen Minikredit bewilligt bekommen. Selbiges gilt für Auszubildende und Studenten. Kann ein regelmäßiges Einkommen von mindestens 600 Euro monatlich nachgewiesen werden, stehen die Chancen auf einen Minikredit nicht schlecht. Antragsteller, die sich in Privatinsolvenz befinden, haben allerdings auch bei einem Minikredit sehr schlechte Karten und sind davon meist ausgenommen.

Anbieter von Kurzzeitkrediten versprechen schnelles Geld zu niedrigen Zinsen.

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Was ist vor Aufnahme eines Minikredits unbedingt zu beachten?

Günstige Minikredite locken gefühlt an jeder Ecke mit niedrigem Zinssatz und sofortiger Auszahlung. In Deutschland werden sie je nach Anbieter mit bis zu 3000 Euro gewährt und können binnen zwei bis sechs Monaten zurückgezahlt werden. Wie bei allen anderen Kreditarten gilt auch beim Minikredit die Devise: Ein Minikredit darf nur dann aufgenommen werden, wenn der Antragsteller über hinreichend Rückzahlungsmöglichkeiten verfügt.

Kleinkredite gibt es zu den unterschiedlichsten Konditionen. Je nach Kreditsumme, Kreditwürdigkeit oder Laufzeit können besagte Konditionen von Anbieter zu Anbieter teils erheblich abweichen. Ein Vorab-Vergleich über unterschiedliche Online-Vergleichsportale vor Abschluss eines Minikredits kann sich finanziell durchaus lohnen und wird daher unbedingt empfohlen. Von Angeboten mit Vorabgebühren, mangelnder Transparenz, überzogen hohe Zinsen und teuren Hotlines sollte man allerdings unbedingt Abstand nehmen.

Wer auf einen Kredit angewiesen ist, benötigt schnellstmöglich Bares. Zwar werben die meisten Kreditunternehmen mit sofortiger Auszahlung des Kreditbetrages, jedoch kann es dennoch einige Tage bis zu zwei Wochen dauern, bis der Betrag tatsächlich auf dem Konto gutgeschrieben ist. Wer die Auszahlung wirklich innerhalb von 24 Stunden benötigt, muss dafür tief in die Tasche greifen.

Der effektive Jahreszins bei Minikrediten kann von Anbieter zu Anbieter teils erheblich abweichen.

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Die Aufnahme eines Minikredits wirkt sich fast immer auf das eigene Schufa-Rating aus. Bis auf wenige Ausnahmen informiert fast jeder Anbieter die Schufa über die Aufnahme eines Minikredits. Vor Beantragung eines kurzzeitigen Kredits sollte also unbedingt darüber nachgedacht werden, ob dieser auch wirklich notwendig ist. Ist in naher Zukunft ein Umzug geplant oder steht ein Wechsel des Mobilfunkanbieters an, könnte der kürzlich erst beantragte Minikredit bzw. der daraus resultierende schlechte Schufa Score Nachteile mit sich bringen.

Welche Risiken lauern bei Kleinkrediten?

Manchmal kommt es richtig dicke. Kaum ist der Minikredit bewilligt, streikt der PKW oder ein Wasserschaden verwüstet einen Großteil der Wohnung. Wenn der Minikredit nun aus solch einem Unglück nicht bedient werden kann, könnte solch ein Kleinkredit richtig ins Geld gehen. Neben Verzugszinsen kann es innerhalb von kurzer Zeit zu Inkassomaßnahmen bis hin zu einer Kontopfändung kommen.

Experten warnen zudem vor der zeitgleichen Aufnahme mehrerer Kleinkredite. Theoretisch ist es durchaus möglich, mehr als einen Minikredit gleichzeitig aufzunehmen. Davon ist allerdings unbedingt abzuraten. Die Gefahr dabei, den Überblick zu verlieren und in Zahlungsverzug zu geraten, ist einfach zu groß.

Welche Vorteile bietet ein Minikredit im Vergleich zu einem Dispokredit?

Ein Dispositionskredit bietet die Möglichkeit, das eigene Girokonto über das eigentliche Guthaben hinaus zu belasten. Ein Dispo wird meist als Kontokorrentkredit mit laufend genehmigter Überziehung zur Verfügung gestellt. Dieser ist immer begrenzt und richtet sich nach der Höhe des Gehalts. Ein Dispositionskredit kommt meist dann zum Einsatz, wenn unvorhergesehene Ausgaben bevorstehen. Die unkomplizierte Abwicklung ohne vorab einen Kreditvertrag abschließen zu müssen und die Vermeidung von unangenehmen Fragen seitens der Bankangestellten sind die Hauptgründe für die Nutzung eines Dispokredits. Keine Frage, ein Dispokredit ermöglicht die bestmögliche finanzielle Flexibilität. Der Preis, der dafür bezahlt werden muss, ist aber nicht unerheblich, da die Zinsen sehr hoch angesetzt werden.

Ganz anders sieht es beim Minikredit aus. Hier sind die Zinsen deutlich günstiger, zudem ist ein Kleinkredit überschaubarer als ein dauerhaft eingerichteter Dispo. Ein ständig im Soll geführtes Girokonto geht richtig ins Geld, ein Minikredit hingegen hat transparente Kosten, die mit der Tilgung abgeschlossen sind. Es kann sich also durchaus lohnen, einen teuren Dispokredit mithilfe eines Minikredits abzulösen.

Minikredite sind teils erheblich günstiger als die Nutzung des Dispos.

Es sind oft gar nicht die großen Anschaffungen, die uns schlaflose Nächte bereiten, sondern kleine aber dafür unerwartete Ausgaben. Eine überraschend hohe Nebenkostenabrechnung, eine Reparatur am Auto oder eine Steuerrückzahlung ans Finanzamt. Ein Minikredit ist kurzfristig verfügbar, kann mit unterschiedlichen Laufzeiten abgeschlossen werden und wird teilweise sogar trotz negativem Schufa-Eintrag gewährt.

Derjenige der vor Abschluss des Vertrages die unterschiedlichen Angebote vergleicht und gewährleisten kann, den Kreditbetrag innerhalb der vereinbarten Frist zurückzahlen zu können, für den kann ein Minikredit eine gute Möglichkeit sein, kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken.

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