Home | Gesundheit | Wahre Schönheit kommt von innen
©Jenko Ataman - Fotolia.com

Wahre Schönheit kommt von innen

Das ist auch bei Naturkosmetik so. Deswegen haben wir die meistgenutzten Inhaltsstoffe unter die Lupe genommen und verraten: Was kann was?

[toc levels=2 title=“Inhaltsübersicht“]

Die Helden der Naturkosmetik

Deine Haut ist der Spiegel deiner Seele – natürlich schön soll sie sein, gut gepflegt und strahlend. Naturkosmetik ist ein bewusster, umweltschonender Weg das zu erreichen. Was aber steckt drin in den Produkten?

Die Naturkosmetik ist zu einem echten Trend geworden – dabei gibt es sie eigentlich schon viel länger als das, was inzwischen unter „herkömmlicher Kosmetik“ bekannt ist. Bereits im Mittelalter färbten sich wohlhabende Männer und Frauen die Lippen und Wangen mit Hilfe von Karmin und Zinnober rot, die traditionellen Stämme in Afrika nutzen Baumfrüchte zur Rotfärbung der Lippen und in der frühen Neuzeit puderten sich die Damen mit Talkum die edle Blässe ins Gesicht. Die Natur kann aber dabei aber nicht nur dekorativ eingesetzt werden, sondern auch wirken.

Inspiration aus der Natur

Make-Up soll die natürliche Schönheit unterstreichen – die Inspirationsquelle ist also die Natur. Rote Lippen sind ein Zeichen für Gesundheit, rote Wangen deuten auf eine gute Durchblutung hin, wie nach einem Spaziergang durch die Natur und ein ebenmäßiger Teint ist ein Zeichen der Jugend.

„Die Haut ist der Spiegel der Seele.“

Von allem das Beste – ein gängiges Schönheitsideal. Deswegen wird hier nur zu gerne geschummelt oder auch „nachgeholfen“. Das Problem bei vielen Kosmetikprodukten sind aber leider die wenig natürlichen Inhaltsstoffe. Erdöl, Silikone, Hormone. Darüber hinaus werden viele an Tieren getestet, die dann für die Schönheit der Menschen leiden müssen – es ist keine gute Art, sich auf Kosten der Umwelt schön zu machen. Deswegen ist es besser, auch beim Kosmetikkauf drauf zu achten, was in den Produkten enthalten ist. Denn die Chemie ist oft nicht nur für die eigene Haut nicht ganz ungefährlich, sondern auch für die Natur.

Je nach Körperpartie und Hauttyp gibt es unterschiedlichste Anforderungen an Kosmetik. Die Lippen brauchen Pflege und Fülle, die Haut mattierende Produkte, die nicht austrocknen und die Augen müssen besonders schonend behandelt werden, sollen aber durch Wimperntusche betont und mit Lidschatten zum Leuchten gebracht werden. Ein Glück, denn die Natur hat auf diese vielschichtigen Bedürfnisse jede Menge Antworten.

Rote Lippen sind sinnlich, gesund, verführerisch, ein Zeichen der Jugend – kein Wunder, dass roter Lippenstift einfach immer toll aussieht. Aber wer einmal genau überlegt, stellt fest, dass ein solcher Lippenstift viel wegstecken muss – was aus der Natur kann das bewerkstelligen? ©golubovy - Fotolia.com
Rote Lippen sind sinnlich, gesund, verführerisch, ein Zeichen der Jugend – kein Wunder, dass roter Lippenstift einfach immer toll aussieht. Aber wer einmal genau überlegt, stellt fest, dass ein solcher Lippenstift viel wegstecken muss – was aus der Natur kann das bewerkstelligen? ©golubovy – Fotolia.com

Fettend, Pflegend und Füllend

Empfindliche Hautpartien brauchen spezielle Pflege, genau so die sensible dünne Haut der Lippen. Ein sattes Rot auf ihnen sollte also in guten Wachsen und Ölen verpackt sein, so dass zum einen Pflege dabei ist, die die Haut aufnehmen kann und zum anderen aber Bestandteile dabei sind, die auf den Lippen bleiben, die Farbe an Ort und Stelle halten und nicht an Tassen, Gläsern und Besteck hängen bleiben. Gar nicht so leicht.

Karnauba-Wachs gehört beispielsweise zu den formgebenden Materialien. Es wird aus den Blättern der brasilianischen Karnauba-Palme gewonnen und hat einen sehr hohen Schmelzpunkt. Da es erst bei ca. 80 Grad schmilzt, wird es besonders gerne in Lippenstiften verwendet, da diese auch gerne einmal in der Sonne liegen bleiben – und wer will schon hinterher flüssige Farbe haben.

Sheabutter ist ein weiterer Bestandteil, der in der Naturkosmetik häufig zum Einsatz kommt. Diese wird aus den Früchten des Karitébaumes gewonnen: den Sheanüssen. Sie riecht nussig, schokoladig und buttrig und ist wegen des enthaltenden Allatoins entzündungshemmend, zellregenerierend und wundheilend.

Damit ist sie besonders wohltuend bei beanspruchter Haut. Trockene Haut bekommt ihre Elastizität zurück und wird geschmeidig – kein Wunder also, dass gerne mit ihr geworben wird. Auch Bienenwachs kommt in der Kosmetik zum Einsatz. Antibakteriell und Pflegend ist es oft mit Propolis zusammen zu finden.

Es legt sich dabei wie ein Schutzfilm über die empfindliche Haut und macht sie unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen. In der Haarpflege ist das ebenfalls sehr beliebt. Hierbei ist es jedoch wichtig, auf verlässliche Quellen und ein Bio-Siegel zu achten.

Ein wahres Wunderwerk: Kokosöl. Das Fett, das aus kleinen Kokosraspeln gewonnen wird ist pflegend, antibakteriell und sehr angenehm zu tragen. Es überfettet die Haut nicht, kann trockene Haut geschmeidig machen, ist pflegend für die Haare und verhilft durch „Ölziehen“ sogar zu top-gepflegten Zähnen. ©HandmadePictures - Fotolia.com
Ein wahres Wunderwerk: Kokosöl. Das Fett, das aus kleinen Kokosraspeln gewonnen wird ist pflegend, antibakteriell und sehr angenehm zu tragen. Es überfettet die Haut nicht, kann trockene Haut geschmeidig machen, ist pflegend für die Haare und verhilft durch „Ölziehen“ sogar zu top-gepflegten Zähnen. ©HandmadePictures – Fotolia.com

Außerdem sei angemerkt, dass das Produkt dann nicht mehr als vegan gilt, da Bienenwachs ein tierisches Produkt ist. Mit seinen pflegenden Eigenschaften ist es jedoch aus der allgemeinen Naturkosmetik nicht wegzudenken.

Ein weiteres fettendes Produkt aus der Natur ist das Kokosnussöl, was in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat. Es wirkt sowohl von innen als auch von außen positiv auf den Körper. Antioxidantien und entzündungshemmende Stoffe sind bei innerer Anwendung besonders hervorzuheben, während es bei äußerer Anwendung vor allem antibakteriell und schützend wirkt.

Bei Akne beispielsweise klärt es die Haut und beruhigt zeitgleich. Es lässt sich auch zur eigenen Herstellung von Kosmetika verwenden. Ein Peeling ist zum Beispiel schnell aus Zucker und Kokosöl hergestellt.

Vor dem Duschen aufgetragen, entfernt es sanft überflüssige Hautschüppchen und pflegt wohltuend. Es ist dabei nicht wie andere Öle ein Fettfilm der auf der Haut zurückbleibt, sondern stattdessen ein zartes Hautgefühl. Auch nach dem Abwaschen mit Wasser bleibt die Haut so geschmeidig – ein echter Könner.

Mattierend, Trocknend und Glitzernd

Während die einen mit trockener Haut besondere Pflege brauchen, neigen andere eher zu fettiger Haut und suchen daher in der Kosmetik eher nach mattierenden Produkten, die der Haut den Glanz nehmen und die überschüssige Talgproduktion ein wenig eindämmen. Besonders häufig kommt dabei Talkum zum Einsatz – ein ebenfalls hunderte Jahre altes Produkt. Bereits im Barock nahmen die Menschen damit den Fettglanz von der Haut und mattierten so ihren Teint. Talkum ist ein Mineral, das vor allem im Speckstein vorkommt. Pulverisiert eignet es sich dann zur Kosmetikherstellung- genauer gesagt als Puder.

Puder mattiert, fixiert das Make-Up und bringt die Haut – wenn gewünscht – sanft zum Schimmern. Dafür werden Minerale verwendet, die weitestgehend unraffiniert sind und je nach Zweck entweder Feuchtigkeit binden oder selbst einen Schimmer verleihen. ©pixamo - Fotolia.com
Puder mattiert, fixiert das Make-Up und bringt die Haut – wenn gewünscht – sanft zum Schimmern. Dafür werden Minerale verwendet, die weitestgehend unraffiniert sind und je nach Zweck entweder Feuchtigkeit binden oder selbst einen Schimmer verleihen. ©pixamo – Fotolia.com

Ein weiterer mattierender Inhaltsstoff ist Tonerde. Diese bindet Feuchtigkeit und ist in ihren Eigenschaften der Heil- oder Lavaerde ähnlich. Das Mineral hat darüber hinaus verschiedene Farben. Es gibt rote, grüne und weiße Tonerde, was sie für die Kosmetikherstellung ganz besonders interessant macht. Ähnlich der Heilerde lässt sie sich auch wunderbar zur Gesichts Reinigung als Maske verwenden.

Ein weiteres natürliches Mineral, das für die Puderherstellung verwendet wird, ist Mica. Für einfache Make-Up-Looks, die natürlich oder schlicht elegant wirken sollen, eignet es sich wegen des natürlichen Glows besonders gut. Das Mineral selbst stammt aus dem Granit und glitzert tatsächlich. Der feine Schimmer auf der Haut schützt außerdem vor UV-Strahlen. Es findet dabei sowohl in Puder, aber auch in Make-Up, Lippenstiften und Lidschatten Anwendung und bringt mit dem feinen Glimmer die Haut zum Strahlen.

Pflegend, Beruhigend und Befeuchtend

Aber abgesehen von dekorativer Kosmetik, gibt es auch Produkte, die tatsächlich wirken und die Haut bei ihren täglichen Anforderungen unterstützen. Trockene Haut beispielswiese benötigt viel Feuchtigkeit, reagiert aber nicht immer positiv auf rückfettende Produkte.

Feuchtigkeitsspendend sind Inhalts-Stoffe wie Aloe-Vera Gel oder auch Honig. Auch Milchprodukte wie Quark und Stutenmilch geben viel Feuchtigkeit, weswegen Quark auch zur Linderung von Sonnenbrand empfohlen wird.

Ähnlich wie Aloe Vera ist auch Agave eine Pflanze mit feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen, weswegen Agaven-Extrakt oft in Kosmetika verwendet wird. Und auch die Seerose kann etwas mit ihrer Schönheit betragen: ein Auszug aus der Pflanze baut das Feuchtigkeitsdepot der Haut auf und spendet somit langanhaltend Feuchtigkeit.

Bei vielen Produkten der Naturkosmetik haben diese kleinen fleißigen Helfer einen großen Anteil. Bienenwachs, Propolis und natürlich Honig finden vielfach Anwendung in den Produkten, da sie hervorragende Eigenschaften haben und dazu noch pflegend und schützend auf die Haut wirken. Aber Vorsicht: Hier sollte auf eine verantwortungsvolle Produktion geachtet werden, um sicherzustellen, dass die fleißigen Arbeiter nicht rücksichtslos ausgebeutet werden. ©fotografiero - Fotolia.com
Bei vielen Produkten der Naturkosmetik haben diese kleinen fleißigen Helfer einen großen Anteil. Bienenwachs, Propolis und natürlich Honig finden vielfach Anwendung in den Produkten, da sie hervorragende Eigenschaften haben und dazu noch pflegend und schützend auf die Haut wirken. Aber Vorsicht: Hier sollte auf eine verantwortungsvolle Produktion geachtet werden, um sicherzustellen, dass die fleißigen Arbeiter nicht rücksichtslos ausgebeutet werden. ©fotografiero – Fotolia.com

Je nach Hauttyp hat deine eigene Haut natürlich spezielle Bedürfnisse, auf die es einzugehen gilt. Hautärztin Dr. Yael Adler macht darauf aufmerksam, dass selbst Naturkosmetik Kontaktallergien verursachen kann: Propolis, Kamille und Öle können also im Einzelfall auch Probleme verursachen. Deswegen ist es umso besser, wenn Kosmetikprodukte eine übersichtliche Liste an Inhaltsstoffen haben oder sogar selbst hergestellt werden – je minimalistischer, desto besser.

Natürlich schön

Bei all der Kosmetik, den tollen Inhaltsstoffen und Produkten sollte aber eins nicht vergessen werden. Wahre Schönheit kommt von innen – also aus dir selbst. Das heißt, dass keine Kosmetik dich so effektiv vor dem Alter schützt, zum Strahlen bringt oder gesund aussehen lässt, wie es die richtige Ernährung, viele Vitamine und Nährstoffe, Sport und genügend Schlaf bewerkstelligt. Das sollte jeden Tag gelebt werden, um den eigenen Körper von innen wie von außen so gesund und strahlend wie möglich zu halten.

Und natürlich auch, um der Umwelt etwas Gutes zu tun – denn das kann Naturkosmetik und steht damit am Ende wesentlich besser als, da als die herkömmlichen Chemie-Mittel. Biologischer Anbau der pflanzlichen Rohstoffe und die ethische Gewinnung der tierischen, sowie der Verzicht auf Tierversuche sind dabei Parameter, auf die es ganz besonders zu achten gilt. Das bringt zum Strahlen: Dich, deinen Teint und auch die Natur.