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Mythos WLAN Router: Wie gefährlich ist die Strahlung wirklich

Elektrosmog im Schlafzimmer, schädliche Strahlen des Handys und WLAN Router, die ebenfalls die Gesundheit gefährden sollen. Es gibt einige unsichtbare Gefahrenquellen in Haus und Wohnung. In welcher Form beruhen die Meldungen auf Fakten und schaden wir mit deren Nutzung unserer Gesundheit tatsächlich?

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Grenzwerte garantieren die unbedenkliche Anwendung

Über einen WLAN Router sind Internetverbindungen, Handys und Fernseher kabellos miteinander verbunden. Das ist durch elektrische Strahlung möglich, die in hohen Frequenzen arbeitet. Fachleute haben für eine gesundheitsschädliche Belastung mit Strahlen einen Grenzwert festgelegt.

Die Modelle, welche heute zum Sortiment der DSL Anbieter gehören, liegen weit darunter und gelten als nahezu unbedenklich. Da sind es andere Geräte, deren Belastung um Vielfaches höher liegt und die zudem auch noch häufig direkt am Körper getragen werden.

Strahlenbelastungen, die von elektrischen Geräten ausgehen, werden in SAR angegeben. Diese Spezifische Absorptionsrate zeigt an, in welcher Weise ein Körper durch den Kontakt mit einzelnen Geräten erwärmt wird. Wer sich einmal die Mühe macht und die Werte von Mobiltelefonen mit denen ihres Routers vergleicht, stellt fest, dass die Unterschiede beachtlich sind.

So hat zum Beispiel das iPhone 6 einen SAR von 0,97. Neuste WLAN Router jedoch nur Werte zwischen 0,1 und 0,3. Tatsache ist also, dass Smartphones wesentlich höhere Strahlenbelastung haben als Router.

Die Entfernung macht den Unterschied

Tatsache ist, dass die Strahlenbelastung mit der Nähe zum Router steigt. Wer sich etwa einen Meter entfernt aufhält, verringert die Belastung bereits um etwa 80 %. Und diese Zahl gilt nur dann, wenn die Verbindung zum Internet besteht.

Es liegt also an jedem Verbraucher selbst, in welcher Weise der WLAN Router seiner Gesundheit schaden kann. Er sollte das Gerät möglichst weit von seinem Arbeitsplatz entfernt aufstellen, auch Schlaf- und Kinderzimmer eignen sich nicht.

Eine weitere Maßnahme zur Senkung der Strahlenbelastung ist das Ausschalten des Routers. Das kann sowohl nachts als auch dann geschehen, wenn er über mehrere Stunden nicht genutzt wird. Moderne Geräte können so konfiguriert werden, dass ihre Leistung zu bestimmten Zeiten auf ein Minimum gesenkt wird.

Video: Strahlung im Alltag

Nicht ionisierende Strahlung und die Folgen

WLAN Router geben eine sogenannte NIR (no ionizing radiation) Strahlung ab. Das heißt, dass dieser elektromagnetische Vorgang nicht in der Lage ist, Elektronen zu entfernen, die an der äußeren Schale eines Atoms vorhanden sind. Die Wirkung des menschlichen Körpers ist dabei mit einer Antenne vergleichbar.

Der menschliche Körper leitet mit der Hilfe seiner eigenen Ionen die Strahlung, und sobald er permanent vielen verschiedenen Geräten mit nicht ionisierender Strahlung ausgesetzt ist, ist die Rede von Elektrosmog.

Im Netz tummeln sich viele besorgte Menschen, die in Foren nach Antworten suchen. Sie wollen entdeckt haben, dass sie durch nicht ionisierende Strahlungen krank wurden. Stichhaltig beweisen können sie das in den meisten Fällen nicht. Gegenseitige Aufstachelung zur Hysterie ist falsch.

Fundierte Studien fehlen schon seit Jahren

Im Jahr 2011 kam die WHO zum Schluss, dass neben WLAN Routern auch Handystrahlen die Gesundheit gefährden. Fakt ist aber auch, dass keine wissenschaftlich untermauerte Studien vorliegen, die diese Behauptung belegen. Tatsache ist auch, dass die Router der neuen Generation immer weniger Strahlen abgeben.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der stellt das Gerät in sicherer Entfernung von den Aufenthaltsorten der Haushaltsmitglieder auf. Das sollte kein Schlafraum sein und auch das Kinderzimmer eignet sich nicht. Bei allen Vorsichtsmaßnahmen darf nicht unerwähnt bleiben, dass die UV-Strahlen der Sonne wesentlich mehr schädigende Strahlen abgeben als der WLAN Router. Also, Vorsicht ist gut, Panik allerdings unangebracht.

Titelbild: ©istock.com – farakos