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Auswandern nach Mallorca: Von der Sprache bis zum Hauskauf

Das 17. deutsche Bundesland lockt mit malerischen Stränden, mediterranem Flair und milden Temperaturen. Wer nach Mallorca auswandern möchte, hat einige Dinge zu beachten und sollte sich bewusst machen, dass ein signifikanter Unterschied zwischen Urlaub und dauerhaftem Aufenthalt besteht.

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Formalitäten, die noch vor der Abreise zu klären sind

Als erstes sollte man seinen Ausweis verlängern. Als EU-Bürger benötigen Auswanderer lediglich einen Personalausweis, um in Spanien einreisen und bleiben zu dürfen. Wer vor dem Umzug das Dokument neu beantragt, muss in den nächsten Jahren nicht beim Deutschen Konsulat vorstellig werden. Zusätzlich ist es wichtig eine Abmeldebescheinigung mitzubringen. Bevor die Bundesrepublik verlassen wird, muss sich bei den deutschen Behörden abgemeldet werden. Die Bestätigung dieser Handlung hilft nach der Ankunft auf Mallorca bei der Eintragung ins Einwohnermeldeamt. Dies hat innerhalb von 90 Tagen zu geschehen.

Bei der Krankenkasse die Bescheinigung E-121 beziehungsweise S1 beantragen: Jenes Formular erleichtert für Arbeitnehmer, Selbstständige und Schüler die Anmeldung bei der spanischen Krankenversicherung. Der Rentenkasse Bescheid geben! Beziehen die Auswanderer Renten oder Pensionen, ist der Post AG Renten Service darüber in Kenntnis zu setzen.

Natürlich die Umzugswaren durchdenken. Was in einer deutschen Wohnung hübsch ausgesehen hat, passt vielleicht nicht zur mallorquinischen Finca. Bevor Auswanderer alle Möbel für teures Geld auf das Eiland transportiert lassen, sollte überlegt werden, ob das neue Eigenheim nicht lieber landestypisch eingerichtet wird.

Wohnen und arbeiten: einige wichtige Kriterien

Mit einer Fläche von 3600 Quadratkilometern offeriert die Baleareninsel unzählige Möglichkeiten für die Wohnortwahl. Ob in den hübschen Tälern der Serra de Tramuntana, an den Küsten oder im sanftwelligen Landesinneren – Maklerbüros wie Tierra Mallorca halten eine Fülle von Häusern und Eigentumswohnungen in ihrem Angebot bereit. Es lohnt sich noch vor der Auswanderung einige Vor-Ort-Termine wahrzunehmen und sich die in Frage kommenden Objekte zeigen zu lassen.

Wer nach der Übersiedlung arbeiten muss oder möchte, hat die starken saisonalen Schwankungen in der Tourismusbranche zu bedenken. Selbstständige, die beispielsweise in der Gastronomie tätig werden möchten, müssen die Lokalität zunächst als Gewerbe anmelden. Selbiges wird ins Handelsregister eingetragen und das Finanzamt erteilt anschließend eine Steuernummer. Zusätzlich braucht es einen sogenannten Lebensmittelausweis, der zur Veräußerung von Speisen berechtigt. Des weiteren muss eine Sozialversicherung abgeschlossen werden.

Video: ZDF Reportage: Abenteuer Mallorca

Das Leben auf der Trauminsel: Sprache ist das A und O!

Ist der Umzug vollbracht und sind schließlich alle Brücken nach Deutschland abgebrochen, beginnt der mallorquinische Alltag. Um selbigen meistern zu können, sind vor allem für Berufstätige und Schüler Spanischkenntnisse unerlässlich. Es wird jedoch nicht erwartet, von Anfang an perfekt zu sein. Auswanderern sei ans Herz gelegt, noch in der alten Heimat einige Kurse bei der Volkshochschule zu belegen, damit wenigstens die grundlegenden Formulierungen vor der Ankunft auf Mallorca sitzen.

Grammatikalische Feinheiten erlernen die Neu-Insulaner am besten in einem Sprachkurs vor Ort. Für Rentner ist der Sprachkurs zwar nicht zwingend notwendig, doch empfehlenswert. Wer keine Bereitschaft mitbringt, Spanisch zu lernen, dem wird von den Einheimischen schnell unterstellt, es mit dem Auswandern nicht besonders ernst zu meinen. Außerdem ist es doch viel schöner sich mit den neuen Nachbarn ein wenig unterhalten und in einer Arztpraxis ohne Dolmetscher persönliche Angelegenheiten klären zu können.

Realistische Vorstellungen und eine gute Planung

Optimistisch und dennoch wirklichkeitsnah an das Auswandervorhaben heranzugehen, schützt vor unangenehmen Überraschungen. Wird der Hauskauf bereits im Vorfeld abgewickelt, die Sprache fleißig erlernt und das Budget nicht überschätzt, darf sich schon nach wenigen Monaten auf der schönen, spanischen Insel wie zu Hause gefühlt werden.

Titelbild: © istock.com – SOMATUSCANI