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Privat fürs Alter vorsorgen – wenn die Rente nicht genügt

Viele Menschen haben Angst vor dem Altwerden. Sogar fast 80 Prozent aller Deutschen haben Angst vor der Altersarmut und zweifeln an der Rente. Das hat eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ergeben. Generell sagt die Umfrage aus, dass die Deutschen Zweifel an der Sicherheit der Renten haben, das Bewusstsein für nachhaltige Reformen steigt und sie eine Bedürftigkeitsprüfung bei der Grundrente als notwendig sehen. Deshalb ist es umso wichtiger, selbst aktiv zu werden und auch privat fürs Alter vorzusorgen.

Die eigenen vier Wände als Sicherheit

Einer der Klassiker, um für das hohe Alter vorzusorgen ist das Eigenheim. Nach wie vor ist das Bauen einer neuen Immobilie oder das Kaufen einer bereits bestehenden Immobilie sehr beliebt. Dennoch gibt es hier einiges zu beachten.

Beim Bauen ist die Region sehr wichtig. Wenn man beispielsweise ein Grundstück zu einem günstigen Preis kauft, wird sich der Wert mit einem Haus wahrscheinlich steigern können. Meiden sollte man jedoch teure Immobilienblasen, die vor allem in Großstädten herrschen. Deshalb wird der Landkreis Lüneburg immer attraktiver.

Wenn man sich entscheidet in Immobilien zu investieren kann man aktuell von niedrigen Zinsen, günstigen Konditionen und Laufzeiten für Kredite profitieren. In Zeiten der Onlinekreditvergabe gehört eine schnelle Auszahlung von Kreditsummen bis zu 50.000, wie bei der Royal Bank of Scotland, zum Standard. Wenn man sein eigenes Heim mit einem möglichst hohem Eigenkapital ‑ mindestens 20 % des Preises – kauft, kann man so einen zusätzlichen Kredit in kleinen Raten abbezahlen. Bei Wohneigentum gilt, wer früher mit dem Sparen beginnt, desto rentabler ist die Immobilie als Altersvorsorge. Allein auf das Eigenheim als Wertanlage sollte man jedoch nicht setzen.

Die Lebensversicherung

Sie ist ebenfalls eine beliebte Form der privaten Altersvorsorge. Der Vorteil ist, dass man sich dabei nicht nur selbst absichert, sondern auch seine Angehörigen. Hat man regelmäßig einbezahlt, kann man im Alter wählen, ob man sein Geld in einem Betrag oder als monatliche Rente ausbezahlt bekommt. Wichtig zu beachten ist, dass die Beträge versteuert werden, wenn sie nicht vor dem 01. Januar 2005 abgeschlossen wurden. Sollte das der Fall sein, müssen noch einige Besonderheiten gegeben sein. Die Lebensversicherung eignet sich für allem für junge Familien, Selbstständige und Arbeitnehmer, als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Staatlich geförderte Vorsorge

Die gesetzliche Rente privat ergänzen und zusätzlich noch vom Staat Unterstützung erhalten. Das geht mit den Modellen „Riester-Rente“ und „Rürüp-Rente“:

  • Riester-Rente: Das Modell wurde im Jahr 2002 eingeführt und richtet sich in erster Linie an Angestellte und Beamte. Die Förderung beinhaltet Zulagen zur Riester-Rente durch den Staat und Steuerbefreiungen.
  • Rürüp-Rente: Anders als die Riester Rente richtet sie sich vor allem an Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenkasse oder ein Berufsförderwerk einbezahlen und keinen Anspruch auf eine Betriebsrente haben.

Beide Modelle scheinen auf den ersten Blick einige Vorteile zu haben. Dennoch raten führende Ökonomen zur Abschaffung der Riester-Rente. Gerade in der Niedrigzinsphase lohnt sich eine andere Form der privaten Altersvorsorge.

Die Betriebsrente

Wer die Möglichkeit hat, kann sich die betriebliche Altersvorsorge sichern. Im Grunde hat jeder Arbeitnehmer in Deutschland Anspruch darauf. Dabei legt der Arbeitgeber einen festgesetzten Anteil des Bruttolohns für den Arbeitnehmer an. Der muss dafür weder Steuern, noch Sozialabgaben zahlen. Am Ende bekommt er dann mit dem Renteneintrittsalter den Betrag in voller Höhe oder in monatlichen Raten ausbezahlt. Im Prinzip lohnt es sich jedoch nur, wenn der Arbeitgeber selbst noch mindestens 15 % der angesparten Summe zuschießt. Ansonsten werden nämlich zur betrieblichen Altersvorsorge nachträglich zusätzliche Steuer- und Sozialversicherungszahlungen fällig.

Aktien als Altersvorsorge

Weniger sicher ist dieses Modell, wenn man für seinen Lebensabend gerüstet sein will. Bei Aktien muss man stets mit Kursschwankungen rechnen. Deshalb sind sie wohl nur bedingt zur Altersvorsorge geeignet. Hier kommt es ganz darauf an, wie gut man sich mit dem Thema auskennt, oder man jemanden an der Hand hat, der einen in diesem Zusammenhang beraten kann. Die Erträge können im besten Fall zwar attraktiv sein, dennoch ist diese Art der Anlage auch mit großen Risiken verbunden.

Private Altersvorsorge nicht vorzeitig kündigen

Egal für welches Modell man sich entscheidet, man sollte auf jeden Fall beachten nicht vorzeitig zu kündigen. Selbst bei längerer Krankheit oder Arbeitslosigkeit, also bei Situationen, in denen das Geld einmal knapper ist, sollte man darauf achten die Zahlungen nicht zu unterbrechen, sondern die Beträge einfach nur zurück zu schrauben.
Im Fall der Riester-Versicherungen lässt man sich besser vom Betrag freistellen. Kündigt man die Versicherung vorzeitig, kann viel Geld verloren gehen. Die staatliche Förderung, die man in den vergangenen Jahren erhalten hat, müsste ans Finanzamt zurückgezahlt werden. Wenn die Beiträge pausiert werden, bleibt der Vertrag dennoch bestehen und das bereits eingezahlte Geld wird weiter verzinst.

Gleiches gilt für die Lebensversicherung. Wenn der Vertrag gekündigt wird, sind die Angehörigen nicht mehr abgesichert. Außerdem würde dadurch ein Teil der Altersvorsorge aufgegeben.

Private Altersvorsorge ist wichtig. Welche Form auch immer man wählt, es gilt stets: Mehr ist mehr! Im Alter kann es auf jeden Euro ankommen, denn man weiß nie, was die eigene Zukunft bringt.

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© Unsplash.com, © Matthew Bennett