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Was kostet das Leben als Student in Lüneburg?

Die Leuphana Universität in Lüneburg ist seit der Gründung 1946 eines der Hauptargumente dafür, warum junge Menschen in die Hansestadt ziehen. Mit fast 10.000 Studenten handelt es sich um eine mittelgroße Universität, die ein konstantes Wachstum verzeichnet. Doch nicht immer ist das studentische Leben so leicht, wie es in der Öffentlichkeit gerne dargestellt wird. Vor allem finanziell stehen die Studierenden vor immer größeren Schwierigkeiten.

Preise für Studentenwohnungen und WGs steigen

Party bis spät in die Nacht, Aufstehen zur Mittagszeit, kein Geld in der Tasche und gerne mal Verschlafen – das durchschnittliche Klischee-Bild des Studenten ist zwar amüsant, verklärt aber die reale Situation, in der sich viele Studierende im Jahr 2020 befinden. Die aktuelle Wohnungslage in Deutschland sorgt dafür, dass viele Studenten große Schwierigkeiten besitzen, einen geeigneten Wohnraum oder sogar ein Zimmer zu finden. Diese Wohnungsknappheit gilt vor allem in den deutschen Großstädten wie Berlin und München, oder auch dem nahegelegenen Hamburg, wo eine Wohnung fast zu einem Statussymbol verkommen ist. Neben der allgemeinen Wohnungsknappheit in Ballungsregionen stiegen auch die Preise in den letzten Jahren stetig an und kommen aktuell auf zuvor nie erreichte Höhen.

Die Mietpreise für Studentenwohnungen in Berlin lagen 2018 etwa 67,3 % höher als noch 2010. In den letzten zwei Jahren sind sie zudem eher gestiegen als gesunken. Den Rekord bricht München, wo Studentenwohnungen bis 20 Quadratmeter in Nähe der Universität ca. 500 Euro kosten. Der Durchschnittspreis ist allerdings deutlich höher. Auch Lüneburg hat mit der Entwicklung der letzten Jahre zu kämpfen. Nicht nur die eigene Universität lockt Studenten in die Stadt, denn auch die Nähe zu Hamburg lässt die Preise weiterhin explodieren. Einzel-Apartments sind laut Universitäts-Website ab einem monatlichen Betrag von 450 Euro zu erhalten, während WG-Preise von 300 bis 450 Euro reichen. Kein Wunder, dass die Miete den Hauptanteil des studentischen Budgets ausmacht. Recherchen des Instituts der Deutschen Wirtschaft haben ergeben, dass rund zwei Drittel des zur Verfügung stehenden Rahmens für die Miete aufgewandt werden muss.

Kaum Raum für andere Ausgaben

Lediglich ein Drittel des Budgets aller Studenten in Lüneburg bleibt also noch für die restlichen Ausgaben zur Verfügung. Da vor allem Lebensmittel einen weiteren großen Posten einnehmen, bewegen sich viele Studierende oftmals an der Grenze des Zumutbaren und müssen zusätzlich zum studentischen Alltag mehrere Minijobs annehmen. Die Folge können weniger gute Resultate bei Examen sein. Alternativ versuchen viele Studierende, Geld in Form von Handel in den eigenen vier Wänden zu verdienen. Besonders aufgrund des in der Bevölkerung immer beliebter und einfacher werdenden Online Tradings – die Anmeldung auf solchen Plattformen ist meist schon in nur wenigen Sekunden abgeschlossen und auch die Vorgehensweise beim Trading wird gerne in Form von Tutorials oder gar den Vorlesungen der Studenten erklärt – stellen für Studierende mittlerweile eine bedeutende Alternative zu Minijobs dar. Insbesondere mit Kryptowährungen wird dabei vermehrt gehandelt, da man mit ihnen bereits bei vielen bekannten Unternehmen wie Lieferando sogar direkt einkaufen kann. Das sorgt dafür, dass immer mehr Kryptowährungen auf den Markt kommen, die den Tradern zur Verfügung stehen. So können Studenten Währungen wie Bitcoin, Ethereum oder Cardano kaufen und auf einen Kursanstieg hoffen. Letztere ist eine wissenschaftlich besonders fortschrittlich entwickelte Währung, die aktuell knapp außerhalb der Top-10 hinsichtlich der Marktkapitalisierungen aller Coins steht. Entsprechend groß wird das künftige Wachstums- sowie Handelspotenzial eingeschätzt.

Zuvor waren auch stets Tagesgeldkonten eine beliebte Anlagemöglichkeit. Seitdem die Banken jedoch Negativzinsen auf Tagesgeld verlangen, handelt es sich um keine akzeptable Möglichkeit mehr. Wie bei allen Investments bleibt allerdings ein Risiko vorhanden, egal wie sicher die Idee auch erscheinen mag. Entsprechend müssen sich Studenten mindestens zweimal überlegen, ob sie ein solches Risiko eingehen können, während Miete, Lebensmittel und Co. bezahlt werden müssen. Verbesserung ist derzeit eher nicht in Sicht. Deshalb könnten über kurz oder lang weiter von Ballungsräumen entfernte Universitätsstädte einen Standortvorteil gewinnen.

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