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Sportler und Sportfans gehen auch gerne auf Aberglauben ein.

Aberglaube von Menschen – diese drei Bereiche sind besonders betroffen

Es gibt wohl keinen Menschen, der nicht doch abergläubisch ist. Wer nun sogleich aufschreit und vehement den Kopf schüttelt, der sollte für sich einmal überlegen: ist da nicht doch etwas, woran geglaubt wird? Tore des liebsten Fußballklubs fallen nur, wenn nicht hingeschaut wird, geht morgen schon das Kaffeekochen schief, ist der Tag gelaufen? In gewisser Hinsicht sind diese, durchaus auf eigene Erfahrungen gebauten, Ansichten ebenfalls ein Aberglaube. In bestimmten Bereichen kommen sie jedoch ganz gezielt zum Einsatz, wie dieser Artikel zeigt.

Sport

Sport und Aberglaube passen zusammen, wie der Ball zum Rasen, der Jockey zum Pferd und der Pfeil zur Zielscheibe. Oftmals wird in diesem Bereich allerdings weniger von Aberglaube denn von Ritualen gesprochen. Gerade in Interviews kann der geneigte Sportzuschauer immer wieder die altbekannte Frage hören: »Wie bereiten Sie sich mental auf den Wettkampf vor?« Die Antwort besteht aus Tätigkeiten, die mit der Zeit zu einem festen Ritual werden – die der Sportler beständig ausführt. Die meisten würden sich unwohl fühlen, müssten sie ihr Ritual plötzlich abändern. Das Unwohlsein rührt von dem Glauben her, dass der Wettkampf jetzt unter erschwerten Voraussetzungen begonnen werden muss. Aber welche abergläubischen Tätigkeiten gibt es von Sportlern und Fans?

  • Bartwuchs– schon so etliche Sportler ließen sich den Bart wachsen und wollten ihn erst rasieren, wenn der Titel errungen worden ist. Ob dies wahrlich ein Aberglaube ist oder doch den diversen Challenges geschuldet ist, die eben genau dieses Thema ohne Titelbezug beinhalten, ist fraglich.
  • Ritual– etliche Fans besitzen ein Ritual, wenn sie ein Stadion besuchen. So gehen sie, auch ohne Dauerkarte, fest in einen Block und stehen möglichst an derselben Stelle. Der gesamte Stadionbesuch unterliegt festen Regeln. Der Gang zur Bier- oder Würstenbude nach Anpfiff? Je nach Aberglaube bedeutet das Pech oder höchstens Glück.
  • Geste– bei Fußballspielern fällt es besonders auf, doch auch viele Freizeitsportler nutzen Gesten vor dem Wettkampf. Mal wird das Kreuz an der Kette geküsst, andere schlagen sich mehrfach auf die Oberschenkel oder gegen die Brust. Andere gehen »kurz in sich«. Es ist interessant, sich einfach mal ein Fußballspiel anzuschauen und genau auf diese Gesten zu achten.

Viele dieser Rituale sind höchstpersönlicher Aberglaube und beruhen schlichtweg auf Erfahrungen. Wer daheim Spiele seines Lieblingsvereins sieht und ausschließlich Gegentore sieht, wenn er auf der Couch sitzt, der neigt automatisch dazu, den Raum zu verlassen. Und tritt dann auch noch der Fall ein, dass das eigene Team den Treffer erzielt, speichert sich diese Erfahrung im Hirn ab: Die richtigen Tore fallen, wenn ich nicht anwesend bin. Nichts anders ist es bei Spielern selbst. Keine Götter sitzen wohlwollend auf den Schultern, nur weil vorab eine bestimmte Geste ausgeübt wird. Doch der Gedanke, jetzt nicht allein zu sein, hilft im Wettkampf.

Glücksspiel

Wie war das? Wer Pech in der Liebe hat, der hat Glück im Spiel? Wer daran glaubt, muss bedenken, dass es wohl mit der Überlieferung und der Übersetzung Probleme gab. Denn der Leitsatz lässt sich nicht nur umdrehen – was oft als Ursprung genannt wird –, sondern vielseitig übersetzen. Dennoch ranken sich um das Glücksspiel mehrere abergläubische Züge:

  • Glückszahlen – wer nutzt nicht wenigstens eine persönliche Glückszahl beim Lottospiel? Oft ist das ein unbewusster Vorgang, da die menschliche Psyche gerne Zahlen mit schönen Ereignissen verbindet. Alternativ geht das auch mit Unglückszahlen. Die wenigsten wählen das Sterbedatum einer geliebten Person, das Geburtsdatum hingegen schon.
  • SpielautomatenAberglauben beim Glücksspiel ist auch in diesem Bereich sehr verbreitet. Mal bestimmt die Uhrzeit über das Glück im Spiel, mal ist es ein Zeichen des Unglücks, wenn bestimmte Symbole gehäuft auftreten. Aber auch der Standort des Automaten kann entscheidend sein. Steht er so, dass der Spieler mit dem Rücken zum Durchgang oder der Tür sitzt, ist das ein schlechtes Zeichen.
  • Allgemein– manche Spieler neigen dazu, an bestimmten Tagen gar nicht zu spielen. So kann es sein, dass der Donnerstag, ganz nach »Sams« den Donner ins Spiel bringt.

Auch in diesen Situationen ist das eigene Empfinden ausschlaggebend. Wann immer der Mensch an einem Tag ein schlechtes Erlebnis hatte, so behält er diesen Tag in Erinnerung. Und der Tag des Autounfalls wird niemals der Tag sein, an dem es Glück im Spiel geben kann. Statistisch ist das natürlich unerheblich, doch die Gedanken des Spielers sind entscheidend.

Alltägliches

Und? Wer ging zuletzt unter der Leiter durch? Im Alltag gibt es wohlbekannte Aberglauben, aber auch welche, die sich jeder selbst auferlegt. Einige Beispiele:

  • Schwarze Katze– es ist nicht überliefert, wie viel Pech Besitzer einer eben solchen Katze haben, doch bringt die schwarze Katze, die auch noch von rechts nach links den eigenen Weg kreuzt, Pech.
  • Freitag, der 13. – auch dieser Tag ist für viele Menschen mit Pech überschüttet. Wenn etwas schief geht, dann an diesem Tag. Jeder kann das mal für sich prüfen: Werden wichtige und komplizierte Termine gerne auf diesen Tag gelegt? Der Ursprung dieses Aberglaubens ist nicht klar belegt. Wer ein wenig tiefer nachliest, der erschrickt: Denn nicht nur die 13 ist eine »böse Zahl«, auch der »Freitag« an sich ist ein Tag mit böser Absicht. Eventuell sollte der Spruch »Wann ist es endlich Freitag« überdacht werden.
  • Spiegel zerbrechen– und sieben Jahre Pech folgen. Wie gut, dass es im Haushalt ausreichend Gelegenheit gibt, die sieben Jahre Pech mit sieben Jahre Glück zu ersetzen: Porzellan zerbrechen.

Das sind natürlich nur die sehr bekannten alltäglichen Aberglauben. Die meisten Menschen haben auch in dieser Hinsicht ihre eigenen Rituale und Vorstellungen. So können manche Menschen nicht auf Gullideckel treten, da auch das Unglück bringt.

Die Sache mit der schwarzen Katze – Aberglauben ist unter Menschen durchaus verbreitet. Bildquelle: .q Hannah Troupe / Unsplash.com

Fazit – jeder ist manchmal abergläubisch

Und die, die das Abstreiten, nennen ihren Aberglauben schlichtweg Rituale. Aberglaube ist die irrationale Furcht davor, dass etwas Negatives geschieht. Und wer sein festes Morgenritual unterbricht oder abändern muss, der denkt ebenfalls, dass der Tag nur noch schiefgehen kann. Grundsätzlich ist an einer gesunden Portion Aberglauben jedoch gar nichts auszusetzen. Im schlimmsten Fall wird kein Siegtor der Mannschaft gesehen – weil der Fan den Raum verlassen musste, weil er glaubt, dass nur dann das Tor fällt.

Bilderquellen:
Bild 1: Unsplash.com – Josh Apple
Bild 2: Unsplash.com – Hannah Troupe