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Rehe und Hirsche im Wald

Jagd und Tierschutz: Maßnahmen für verantwortungsvolleres Jagen ergriffen

Einst war die Jagd für den Menschen unabdingbar, um sein Überleben zu sichern. Seit der Entstehung der industriellen Tierhaltung hat sich das Bild des Jagens gewandelt. Die Notwendigkeit der Jagd ist wissenschaftlich belegt, Tierschützer gehen allerdings regelmäßig gegen das „Wie“ auf die Barrikaden. Aus der Jagdszene selbst werden nun erste Maßnahmen für eine tier- und umweltgerechtere Jagd ergriffen.

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Der moderne Jäger reguliert den Wildbestand in seinem Revier, um auf künstlichem Wege ein „natürliches“ Gleichgewicht in der Tier- und Pflanzenwelt zu erzeugen. Die Mittel vieler Jäger sind dabei durchaus umstritten. Obwohl das Bundesjagdgesetz dazu verpflichtet, die „allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit zu beachten“, werden ethische Normen laut Tierschutzverbänden immer wieder verletzt.

Besonders der Grundsatz, die Tiere als Mitgeschöpfe zu achten und ihnen vermeidbares Leid zu ersparen, wird demnach oft missachtet. Gleichfalls bringe die Jagd auch negative Folgen sowohl für die Flora als auch für nicht unmittelbar betroffene Tiere mit sich, so ein weiterer Vorwurf der Tierschützer.

Bleifreie Munition findet Zustimmung bei Tierschutzorganisationen

Ausgerechnet ein Forstbedarfhändler, der Bispinger Jagdausrüster Grube, gab nun bekannt, künftig nur noch bleifreie Büchsenmunition zu verkaufen. Die Grube KG gibt seit der Übernahme des Jagdausrüstungshändlers Kettner den Katalog „Kompetenz in Jagd“ heraus. Die in der neuesten Edition angebotene Munition ist komplett bleifrei.

Die Nachricht stieß auf überaus positive Resonanz. So lobte Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbund Deutschland (NABU), die Grube KG setze „damit ein wichtiges Zeichen in der seit Jahren andauernden Diskussion um das Verbot bleihaltiger Jagdmunition“.

Keine Argumente für bleihaltige Munition

Bleivergiftungen sind eine der häufigsten Todesursachen bei Seeadlern. Diese nehmen das Blei beim Verzehr der Innereien von erlegten Tieren auf und verenden daran qualvoll. Auch für den Menschen ist die Aufnahme von Blei bereits in kleinen Dosierungen gefährlich: Blei kann zu Schädigungen des Nervensystem, der Nieren oder des Herz-Kreislauf-Systems führen und wird von der Wissenschaft als krebserregend eingestuft.

Daneben vertritt selbst der Kettner-Katalog mittlerweile die Botschaft, dass „waidgerechtes Jagen regelmäßiges Training erfordert“. Die Tötungswirkung hänge nicht vom Geschossmaterial, sondern von den Fertigkeiten des Schützen ab. Beherrscht der seine Waffe, sei auch das Leid für die Tiere gering.

Geht es nach NABU, soll bleifreie Munition verpflichtend werden. Die Organisation appelliert an die Bundesregierung, sich im Bundesjagdgesetz „endlich für ein konsequentes Verbot bleihaltiger Munition einzusetzen und einen jährlichen Schießnachweis zum Beleg der Treffsicherheit einzuführen.“ Das Beispiel der Firma Grube mache deutlich, dass sich die Branche bereits auf veränderte Rahmenbedingungen einstellt.