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Die größten Hindernisse bei der Jobsuche und worauf es zu achten gilt

Wer auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle ist, fühlt sich von der Vielfalt der Annoncen und den komplizierten Formulierungen der Anforderungsbeschreibungen, für deren Verständnis ein Fremdwörterbuch manchmal unabdingbar scheint, ein wenig überfordert. Um einen Bewerbungserfolg zu haben, braucht es eine genaue Strategie.

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Stellenausschreibungen: Keine falsche Bescheidenheit

Selbstverständlich ist es als mit einem Meisterbrief versehener Handwerker unmöglich nun auf das Fach Medizin umzusatteln oder als Erzieher zu arbeiten. Viele Stellenangebote verlangen indes nicht nur nach einer ganz spezifischen Qualifikation und geben auch Menschen eine Chance, die viel Berufserfahrung aber nicht den entsprechenden Schulabschluss besitzen.

Kann der Bewerber beispielsweise vorweisen, dass er jahrelang und sehr erfolgreich im Verkaufssegment tätig war, sehen viele Großunternehmen keinen Grund ihn nicht als Prokuristen einzusetzen. Lastkraftfahrer, die bei einer Logistikfirma auch mal den Abteilungsleiter vertreten durften, steigen eventuell zum Fahrdienstleiter auf und managte die Bewerberin die Rezeption einer Arztpraxis laut Arbeitszeugnis mit Bravur, kann sie auch im Hotelgewerbe unterkommen. Generell reicht es, erfüllt der Bewerber rund 60 Prozent der in dem Stellenangebot aufgelisteten Anforderungen.

Statistik: Welche Präferenz haben Sie bezüglich des Bewerbungseingangs?

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Quelle: http://de.statista.com/

Ehrlichkeit ist wichtig: Nichts vertuschen oder weglassen

Hat der Arbeitssuchende z.B. unter Stepstone eine adäquate Stelle gefunden, steht nun das Schreiben der Bewerbung im Vordergrund. Den eventuell künftigen Arbeitgeber interessieren tendenziell nur die letzten zehn Jahre des beruflichen Werdegangs. Als 50jähriger das Zwischenzeugnis der 9. Klasse Realschule beizulegen, kommt nicht gut an und deutet darauf hin, dass sich zwischen all den Referenzen nicht entschieden werden konnte und der Bewerber offensichtlich Schwierigkeiten damit hat Prioritäten zu setzen.

Die letzten beruflichen Stationen müssen jedoch lückenlos nachvollziehbar sein. Bedeutet dies, dass der Bewerber ein nicht gerade positives Arbeitszeugnis beilegen muss, gilt es dies mit Selbstbewusstsein und Offenheit zu tun. Eine beigefügte Stellungnahme, die den Grund für dieses schlechte Dienstzeugnis sachlich erklärt, hilft in jedem Fall.

Für jüngere Arbeitssuchende gilt: Auch schulische Fauxpas oder Ehrenrunden dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden. Wenn der Rest der Bewerbungsunterlagen einwandfrei ist, hat ein menschlicher Personalchef sicherlich dafür Verständnis, dass nicht alles im Leben glatt läuft.

Allgemeine Tipps für die Bewerbung

Eine effektive Vorbereitung auf die Vorstellungssituation ist entscheidend. Es muss mit Fragen wie „Warum wollen Sie für uns arbeiten?“ oder „Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?“ gerechnet werden. Mit überlegten aber nicht auswendig gelernt klingenden Antworten darauf zu reagieren, macht interessant. Da nur eine einzige Chance für einen ersten Eindruck gegeben ist, entscheidet sich der Arbeitssuchende lieber für ein zu geschäftsmäßiges als zu legeres Outfit. In vielen Branchen ist Freizeitkleidung verpönt und fällt sie gerade bei weiblichen Stellenanwärterinnen zu knapp aus, wirkt dies schnell billig. Also: Lieber overdressed als im Schlabberlook erscheinen.

Video: Bewerbungstipps

Auch wenn sich auf eine Stelle beworben wird, bei der es auf handwerkliches Geschick, logisches Denkvermögen oder die Fähigkeit zuzupacken ankommt, müssen die Bewerbungsunterlagen frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern sein. Wer sich unsicher ist, lässt die Mappe von einem in Sachen Schreibstil kompetenteren Familienmitglied oder Freund korrigieren. Übrigens: Bewerbungsfotos in Schwarz-Weiß sind selten und stechen deshalb besonders hervor – es kann nicht schaden auf diese Weise im Gedächtnis haften zu bleiben.

Weder untertreiben noch das eigene Licht unter den Scheffel stellen

Arbeitssuchende sollten sowohl in den Bewerbungsunterlagen, und dort speziell im Lebenslauf, wie auch beim Vorstellungsgespräch Selbstbewusstsein an den Tag legen. Ein zu aufgeblähtes Ego verhindert allerdings ebenso die Einstellung und so lautet die Zauberformel, das gesunde Mittelmaß zu finden.

Titelbild: © istock.com – AlexRaths