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Ungewöhnliche Anwendungen der Blockchain-Technologie

Wer den Begriff Blockchain hört, denkt dabei wahrscheinlich zuerst an Bitcoin. Denn diese Technologie steckt hinter der bekanntesten Kryptowährung der Welt. Die Blockchain ist eine Art öffentlich einsehbare Datenbank, die Datensätze zu einer kontinuierlichen Liste verkettet. Die Daten können dezentral bearbeitet werden und sind dennoch vor Manipulation geschützt. Die Beliebtheit des digitalen Geldes ist also nicht nur Handelssoftware wie Bitcoin Trader geschuldet. Diese ermöglicht Anlegern, auf einfache Weise mit Bitcoins zu handeln. Es ist vielmehr dieses einzigartige Prinzip, das eine demokratische und anonyme Verwaltung ohne die Möglichkeit von Manipulationen ermöglicht. Kryptowährungen sind aber bei weitem nicht die einzige Anwendung der Blockchain Technologie. Hier sind einige ungewöhnliche Beispiele, von denen die Meisten wohl noch nie gehört haben.

Lieferketten nachverfolgen

Das hört sich vielleicht auf den ersten Blick nicht besonders spektakulär an. Mal ganz ehrlich: Wer hat schon einmal den Bauernhof gegoogelt, von dem laut Packungsaufdruck die Freilandeier kommen? So gut wie niemand. Doch mit Blockchain gehen die Möglichkeiten der Nachverfolgung ein ganzes Stück weiter. Die Lieferkette lässt sich detailliert abbilden: Wo wurde das Tier aufgezogen? Wann wurde es geschlachtet? Von wem wurde es transportiert? So ließe sich beispielsweise nachvollziehen, ob das Hackfleisch wirklich so frisch ist, wie es auf der Packung steht. Ein wenig morbide: Der US-Lebensmittelkonzern Cargill ermöglicht seinen Kunden, per Blockchain-App einen besonderen Service. Wer ein Putenschnitzel vor sich auf dem Teller hat, kann ein Bild des Tieres ansehen, als es noch am Leben war. Was davon wohl der Truthahn halten würde?

Mitarbeiterbefragungen

Der US-amerikanische Jeans-Hersteller Levi Strauss hat die Blockchain-Technologie probeweise zur Mitarbeiterbefragung eingesetzt. Die Antworten der Angestellten wurden anonym in einer Blockchain gespeichert. Auf diese Weise sind sie vor nachträglicher Manipulation geschützt. Weder der Vorgesetzte noch die Personalabteilung können auf diese Weise unliebsame Ergebnisse schönen – ein Problem, das in großen Firmen schon seit längerem bekannt ist. Beispielsweise könnten die Bonuszahlungen eines Managers von der Mitarbeiterzufriedenheit abhängen. Ein gutes Incentive, um ein wenig an den Umfrageergebnissen herumzuspielen. Während in einer Excel-Datei schnell einmal ein paar Zahlen ausgetauscht sind, ist dies in einer Blockchain nicht möglich. Auf diese Weise lässt sich größeren und kleineren Schummeleien wunderbar ein Riegel vorschieben.

Sind das echte Nikes?

Fälschungen von Markenwaren sind der Industrie schon lange ein Dorn im Auge. Trotzdem sind sie weiter auf dem Vormarsch. Und sie werden immer besser. Noch vor wenigen Jahren war es meist ein Leichtes, Fälschungen vom Original zu unterscheiden. Turnschuhe von Addidass oder Taschen von Louis Vuillon hatten vor allem Unterhaltungswert. Aber die Fälscher haben sich weiterentwickelt. Mittlerweile verfügen sie oft über dieselbe Technologie, die auch den Originalherstellern zur Verfügung stehen. Und bei den Unmengen an Waren, die tagtäglich aus Fernost eintreffen, ist es für den Zoll kaum möglich, jede einzelne Fälschung aus dem Verkehr zu ziehen. Gerade auf Internetplattformen wie Amazon werden immer wieder Fälle bekannt, in denen über Jahre hinweg nachgemachte Artikel als Original verkauft wurden. Die Blockchain-Technologie könnte auch hier Abhilfe verschaffen: Jedes paar Original-Sneaker wird mit einem Eintrag in der Blockchain des Herstellers verknüpft. Wer das Etikett scannt, weiß dann sofort, ob es sich um ein Original handelt. Darüber freuen sich nicht nur die Hersteller, sondern auch die Verbraucher.

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