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"Interaktives Content Marketing sollte sowohl dem Marketing, als auch der Betriebswirtschaft geläufig sein."

Interaktives Content Marketing

Ein aktueller Begriff für Vermarkter ist das Interactive Content Marketing. Heute geht es nicht mehr nur um das traditionelle Marketing, sondern insbesondere um das Vermarkten im Internet. Der Umsatz im B2C-E-Commerce lag 2019 in Deutschland laut Expertenschätzungen bei rund 57,8 Milliarden Euro – Tendenz stark steigend. Mit interaktiven Inhalten kann im World Wide Web eine große Zahl an Kunden angesprochen und so die Umsatzrate erhöht werden. Im Folgenden stellen wir vor, was hinter dem Begriff steckt und erläutern die Funktionsweise anhand mehrerer Beispiele.

Begriffserklärung des Interactive Content Marketings

Wie wichtig Interactive Content Marketing ist, belegen schon die Zahlen: Laut Ion Interactive schätzen rund 70 Prozent der Marketing-Experten interaktiven Content als äußerst effektiv darin ein, Webseiten-Besucher auch in tatsächliche Kunden zu konvertieren. Laut Inc.com schätzen Fachleute die Effektivität von interaktivem Content sogar auf 93 Prozent, was einer Effektivität von lediglich 70 Prozent bei statischen Inhalten gegenüber steht. Auch für Betriebswirtschaftler ist das Thema wichtig. Denn rund drei Viertel aller Vermarkter möchten den Einsatz des interaktiven Marketings in Zukunft intensivieren.

Was ist Interactive Content Marketing genau? Vereinfacht gesagt bezeichnet der Begriff Inhalte, beispielsweise auf einer Webseite, welche von den Nutzern eine Handlung benötigen, um mit ihnen zu interagieren. So können die Besucher auf einer Webseite zum Thema Präsentationserstellung zum Beispiel auf interaktive Elemente mit dem Finger oder dem Mauszeiger klicken und erhalten so weitere Informationen und direktes Feedback. Ein typisches Beispiel wäre es, den Anwendern simple Fragen zu stellen, die sie mit einem Klick beantworten können. So zum Beispiel die Frage nach der eigenen Lieblingsfarbe, der favorisierten Fußballmannschaft oder dem eigenen Wissensstand – mit den passenden, anklickbaren Auswahlmöglichkeiten in Form von Text und Icons direkt unter der Frage. Klicken die Nutzer eine der möglichen Antworten an, so reagiert der Content darauf: Beispielsweise öffnen sich zusätzlich Menüs oder man wird zu einem anderen Teil der Webseite geleitet.

In Zeiten von Millionen Unternehmen, welche jeden Tag um die Aufmerksamkeit der Nutzer buhlen, ist es betriebswirtschaftlich höchst sinnvoll, den eigenen Content so interaktiv wie möglich zu gestalten. So bindet man Kunden, verstärkt das Engagement und erhöht in den meisten Fällen auch Umsatz und Rendite. Gerade bei Online-Shops kann interaktives Content Marketing dafür sorgen, dass die potenziellen Kunden nicht vom Angebot erschlagen werden. Schnell und einfach sind die Zauberworte – deswegen sollten interaktive Inhalte immer leicht verständlich sein; denn im Web haben die Kunden meist nur wenig Zeit. Im Idealfall kann durch Interactive Content Marketing zudem ein höheres Markenbewusstsein geschaffen werden.

Wie sehen aber konkrete Beispiele aus? Im Folgenden soll Interactive Content Marketing anhand zweier großer Anbieter erklärt werden: interaktive Lerninhalte im Netz und Küche&Co.

„Durch den Einsatz der Marketing-Methode lassen sich die betriebswirtschaftlichen Umsätze im Netz erhöhen.“

Interactive Content Marketing für interaktive Lerninhalt

Der Umsatz mit E-Learning in Deutschland beträgt inzwischen über eine Million Euro jährlich und insbesondere das Interactive Content Marketing ist für das Wachstum entscheiden. Das sieht man vor allem am Beispiel des Pons Vokabeltrainers. Bei diesem werden interaktive Elemente bereits in der Demoversion verwendet, um die Lernerlebnisse auf die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. So ist es hierbei möglich, mithilfe des Tools einzustellen, ob Vokabeln abgefragt werden sollen, man Begriffe ihren Übersetzungen zuordnen möchte oder aber, ob an Lernmethoden wie dem „Buchstabensalat“ interessiert ist, welcher die Rechtschreibkenntnisse prüft. Daraufhin startet die Anwendung. Möchten die Nutzer alle Features genießen, müssen sie sich dementsprechend beim Anbieter anmelden. So werden Kunden vom Spaß beim E-Learning überzeugt – eine große Herausforderung, wo ja zunächst nur wenige Menschen Spaß und Lernen miteinander assoziieren.

Ein weiteres gutes Beispiel für dieses spezielle Lern-Content ist der interaktive Trainer fürs Karten Zählen des Anbieters 888 Casino. 888 ermöglicht es interessierten Besuchern, das Lerntool für den Casino-Klassiker Blackjack zu benutzen. Öffnen Nutzer die Seite, so sehen sie das auf den Grundlagen des interaktiven Content Marketing basierende Werkzeug: Die mit grünen Elementen versehene Box lädt dazu ein, das Kartenzählen beim Blackjack zu lernen. Hierbei können die Nutzer zwischen einem Single-Deck Modus und einem Sechs-Deck Modus wechseln. Das Ziel ist es, die eigenen Fähigkeiten beim Kartenzählen zu erhöhen: Die Nutzer können die Anzahl der ausgegeben Hände pro Minute einstellen, sowie die Häufigkeit, mit der sie nach der laufenden Zählung gefragt werden. Mit einem Klick auf „Start“ beginnt die interaktive Spielsimulation, die zudem bei jeder Frage nach dem Running Count überprüft, ob die richtige Antwort gegeben wurde. Das stellt nicht nur für die Kunden einen guten Service dar, sondern auch ein passendes Beispiel für die Möglichkeit der Nutzung des Interactive Content Marketings beim Lernen.

Und zuletzt, ein weiterer Fall von Lerntools, die sich dem Interactive Content Marketing bedienen: Bei Webseiten wie Schach.de können Interessenten mithilfe von interaktiven Schachbrettern das Spiel der Könige verstehen lernen. Simple Disziplinen führen hier in die Materie ein, zeigen wie die einzelnen Figuren sich bewegen können und reagieren interaktiv auf den Mausklick der Anwender. Die Übungen können nacheinander durchgeführt werden, Pfeile und Kommentare auf dem virtuellen Schachbrett leisten zusätzliche Hilfestellung. Auch hier ein gutes Beispiel, wie interaktives Content Marketing das Interesse der Nutzer stark erhöht.

Interactive Content Marketing beim Webseitendesign

Nicht nur Lerninhalte können mithilfe der speziellen Form des Marketings positive Effekte auf den Kunden und dessen Erfahrungen haben. Bestes Beispiel ist hierfür das Webseitendesign von Küche&Co. Das Marktvolumen für Küchen inklusive E-Geräten lag 2016 deutschlandweit bei rund 9,5 Milliarden Euro, das für Küchenmöbel bei 5,7 Milliarden Euro. 2017 machten die Top 30 Unternehmen der Branche alleine einen Umsatz von 3,62 Milliarden. Allerdings erfordert die Betreuung des Verkaufs einen erheblichen Aufwand. Der Küchenkauf belastet gerade Käufer mit geringem Einkommen finanziell stark. Die Auswahl einer Küche kann Kunden zudem schnell überfordern, zumal im Internet, wo inzwischen ein immer größerer Teil des Umsatzes erwirtschaftet wird. Der Anbieter Küche&Co. setzt daher auf interaktives Content Marketing, um den Auswahlprozess so simpel wie möglich zu gestalten. Besucht der Nutzer die Seite des Anbieters, werden zunächst eine Reihe von Buttons angezeigt, mit denen interaktiv interagiert werden kann. Unter der Überschrift „Ich suche eine…“ kann der Nutzer Parameter eingeben. Zum Beispiel, dass er auf der Suche nach einer kleinen Küche in der Farbe Weiß ist, mit modernem Design, in Form einer Küchenzeile. Auch die bevorzugte Preisspanne kann angegeben werden. Nach der Auswahl wird die entsprechende Auswahl an Küchen angezeigt, welche den gewählten Parametern entsprechen.

Für den Fall, dass die Nutzer sich nicht entscheiden können, erscheint ein unauffälliges Pop-up, welches einen simplen und interaktiv zu bedienenden Ratgeber für die Auswahl der Küche bereitstellt. Hier kann auf persönliche Vorzüge geklickt werden, zum Beispiel eine pflegeleichte oder platzoptimierte Küche – also eine simplere Version des ohnehin einfach zu bedienenden Menüs beim Aufruf der Seite. Auch bei Küche&Co. wird das interaktive Content Marketing also eingesetzt, um den Kunden den Einstieg in die Materie zu erleichtern und die Konversationsrate mit Erfolg zu erhöhen.

„Bereits bei der Konzeption des Webdesigns sollte der Einsatz von interaktivem Content Marketing genau abgeklärt werden.“

Fazit

Das Interactive Content Marketing gehört inzwischen zu den wichtigsten Begriffen beim E-Commerce und sollte sowohl Vermarktern als auch Betriebswirtschaftlern ein Begriff sein. Im Netz bringen die Kunden nur wenig Zeit mit, aber ein großes Bewusstsein dafür, dass in jeder Industrie eine hohe Zahl an Konkurrenzprodukten oder Dienstleistungen wartet. Interaktives Content Marketing weckt das Interesse der Besucher, erleichtert die Navigation und erhöht den Prozentsatz der Nutzer, welche letztlich tatsächlichen Umsatz generieren. Dies sieht man nicht nur, aber auch, an den hier vorgestellten Beispielen.

Bildquelle:
Pexels