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O du Teure: Weihnachten auf Pump

Weniger ist mehr: Energie- und Wirtschaftskrise zwingen viele Menschen zum Sparen – auch rund um die Festtage. Warum also nicht mal wieder mehr auf Besinnlichkeit setzen, statt sich dem vorweihnachtlichen Konsumrausch hinzugeben?

Weniger ist mehr: Energie- und Wirtschaftskrise zwingen viele Menschen zum Sparen – auch rund um die Festtage. Warum also nicht mal wieder mehr auf Besinnlichkeit setzen, statt sich dem vorweihnachtlichen Konsumrausch hinzugeben?

Liebe Leserinnen und Leser,

als meine elfjährige Tochter mich neulich fragte: „Mama, sind wir arm?“, ist mir ganz schwer ums Herz geworden. Ich hatte wohl ein wenig zu oft betont, dass wir in diesem Jahr noch achtsamer im Umgang mit der Heizung sein müssen und dass sie doch bitte das Licht ausmacht, wenn sie ein Zimmer verlässt. Und vielleicht habe ich auch beim Einkaufen meinem Unmut über die gepfefferten Preissprünge etwas zu laut Ausdruck verliehen. Zumindest las sie mir zuletzt beim gemeinsamen Ausflug in den Supermarkt jeden Preis laut vor und fragte: „Ist das teuer?“

Dass sich Deutschland in einer schweren Krise befindet, entgeht auch den Jüngsten unserer Gesellschaft nicht. Ob beim Gang in den Supermarkt, einem Zwischenstopp an der Zapfsäule oder beim Stöbern nach Weihnachts­geschenken: Bei einem Blick auf den Kassenbon kann einem dieser Tage ganz schön schlecht werden. Und natürlich war nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen und Monate zu befürchten, dass auch Weihnachten, das Fest der Liebe, in diesem krisen­gebeutelten Jahr teurer wird.

Preissprünge auch bei Weihnachts­essen und Spielzeug

Wie teuer, das hat sich meine Kollegin Heidi Becker mal genauer angeschaut. Sie hat beispielhaft bei Energie, Weihnachtsessen und Spielzeug nachgerechnet. Mit ein paar kleinen Kniffen lässt sich aber auch hier sparen – ohne dass das Fest dabei an Wohligkeit einbüßt.

Es bleibt also dabei. Für diejenigen, die nicht kräftig draufzahlen wollen, lautet die Devise auch zum Jahres­end­spurt: sparen, sparen, sparen. Das gilt übrigens auch für Weihnachtsmärkte – viele wollen die Beleuchtung reduzieren. Schön wird es trotzdem. Wo? Das hat meine Kollegin Maike Geißler vom Reisereporter zusammen­getragen.

Eine Frage der Perspektive

Weihnachten muss nicht teuer sein – zumal es schon lange die Kritik gibt, dass das kirchliche Fest mehr und mehr zur Konsumschlacht verkommt. Jeder vierte Deutsche ist sogar bereit, sich dafür zu verschulden (siehe unten). Warum also nicht diesmal tatsächlich auf besinnliche, statt teure Festtage setzen? Wie das gelingen kann, hat unsere Autorin Nadine Zeller aufgeschrieben. Sie hat sich mit der Psychologie des Sparens auseinander­gesetzt und festgestellt, dass finanzielle Verluste Menschen massiv stressen können. Doch das muss nicht unbedingt sein; mitunter kommt es – wie so oft – nur auf den Blickwinkel und den Umgang mit dem Thema an. Auch wenn Verzicht anstrengend ist – er kann eine sinnvolle Strategie darstellen, um diffusen Verlustängsten etwas entgegenzusetzen.

In diesem Sinne, lassen Sie sich nicht allzu sehr stressen – auch wenn es dieser Tage zugegebener­maßen alles andere als leicht fällt!

Sie haben Anmerkungen und Fragen? Schreiben Sie uns gern an unbezahlbar@rnd.de!

Ihre

Carolin Burchardt

 

Tipp der Woche

Der Countdown läuft, Weihnachten ist nicht mehr fern. Vorher steht aber noch ein anderer Feiertag vor der Tür: Am 6. Dezember ist Nikolaus. Und da wollen viele kleine und große Stiefelchen gefüllt werden: Meine Kollegin Talisa Moser hat ein paar schöne Geschenkideen für Ihre Liebsten rausgesucht, die den Geldbeutel nicht allzu sehr strapazieren. Hier schon mal ein wenig Inspiration:

  • Frisch geröstete Kaffeebohnen sind etwas ganz Besonderes und eine schöne Geschenkidee, die Sie für weniger als 10 Euro kaufen können. Vielleicht können Sie sogar eine lokale Rösterei unterstützen?
  • Sie sind und bleiben ein Klassiker: Warme Socken aus Wolle sind im Winter ein willkommenes Geschenk. Wer stricken kann, kann sich noch schnell an einem selbst gestrickten Paar versuchen.
  • Das Basteln und Gestalten mit selbst ­trocknendem Ton macht nicht nur eine Menge Spaß, die getöpferten Teile lassen sich auch wahnsinnig gut verschenken. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: ein Kerzenhalter, eine kleine Schmuckschale oder weihnachtliche Untersetzer.
Kommt noch vor dem Weihnachtsmann: der Nikolaus. Am 6. Dezember ist es wieder so weit.

Kommt noch vor dem Weihnachtsmann: der Nikolaus. Am 6. Dezember ist es wieder so weit.

 

Zahlen, bitte!

Mehr als jeder vierte Deutsche kann sich vorstellen, die Festtage mit Schulden zu finanzieren. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Kredit­vergleichs­portals Smava hervor. Demnach überlegen 19,9 Millionen Bürger, über Weihnachten Finanzierungs­hilfen zu nutzen oder ihr Konto zu überziehen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Bereitschaft, sich für das Weihnachtsfest zu verschulden, allerdings gesunken: 2021 gaben noch 24,3 Millionen Deutsche an, das Fest notfalls auf Pump zu finanzieren.

Der Umfrage von Smava zufolge ist der Anteil der Deutschen, die dieses Jahr planen, über 300 und bis zu 1000 Euro auszugeben im Schnitt 15,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Mehr als ein Drittel der Befragten (35,8 Prozent) will dieses Jahr weniger als 300 Euro ausgeben. Im Vorjahr sagten das nur 32,7 Prozent von sich. Nach Prognosen des Handelsverbands Deutschland sollen dieses Jahr rund 120 Milliarden Euro im November und Dezember ausgegeben werden. Das sind preisbereinigt 4 Prozent weniger als 2021.

 

Gut zu wissen

 

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Die gute Nachricht

Bei den Spritpreisen gibt es im Moment nur eine Richtung: nach unten. Benzin und Diesel sind plötzlich so günstig wie vor dem Ukraine-Krieg. Das hat kurioserweise vor allem mit einer geplanten großzügigen Preis­ober­grenze für russisches Rohöl zu tun. Was sich außerdem verstärkend auf den Preissturz auswirkt, hat mein Kollege Frank-Thomas Wenzel aufgeschrieben.

Gute Nachrichten kommen auch vom ADAC. Der prognostiziert, dass sich der Abwärtstrend sogar noch weiter fortsetzen könnte.

 

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